Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Montag, 30. November 2009

Demut

Demut ist ein Wort, mit dem ich ein bisschen auf Kriegsfuß stehe. Es hat was, von sich beugen. In den letzten Wochen habe ich mich intensiv mit diesem Wort und dem Gefühl beschäftigen dürfen.

Demut bedeutet für mich, den Tatsachen ins Auge zu schaun, und zu akzeptieren, das ich nicht alles verändern kann oder darf. Es bedeutet für mich, das ich Menschen, die mir sehr am Herzen liegen, oder auch Menschen, die mich um Rat fragen, nicht verändern kann, wenn sie es nicht zulassen.

Demut bedeutet aber auch, zu verstehen, das jeder Mensch in seiner eigenen Gedankenwelt und Realität lebt, die ich mir manchmal überhaupt nicht vorzustellen im stande bin.

Wie heisst es so schön, "Verurteile keinen Menschen, wenn du nicht mindestens eine Meile in seinen Moukasins gegangen bist".  Wenn man einem Menschen begegnet, auch wenn man ihn schon länger kennt, erzählt er noch längst nicht alles, was ihm je passiert ist, was er fühlt oder gefühlt hat, wo seine Ängste auf ihm drücken. Ich denke oft, davor braucht man doch keine Angst zu haben, ja vielleicht ich nicht. Aber für den anderen, der mir gegenüber steht, bedeuten manche Situationen, Angst haben. Entweder hat er in der Vergangenheit traumatische Erlebnisse gehabt, die ihn blockieren, oder in seiner Familie schwebt ein Erlebnis, was auch ihn zurückwirft, ohne das er selbst davon weiss. Natürlich gibt es auch noch die Theorie, etwas aus einem vergangenen Leben mitzubringen.

All das sind Dinge, die ich erst mal nicht wissen kann. Ich lerne gerade, mein verurteilen neu zu justieren.

Es wäre schön, mehr Ehrlichkeit miteinander walten zu lassen, auch auf die Gefahr hin, dem anderen seine Schwäche aufzeigen zu müssen. Wir würden vieles besser verstehen. Es wäre so viel einfacher.

Heute werde ich mich in Demut üben und meinen Mitmenschen auch über meine Schwächen erzählen, wenn sich die passende Situation bietet. Gerade die vermeintlichen Starken haben ihre Starke oft als Panzer, um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen. Auch ich trage diesen Panzer mit mir herum, heute wird er vielleicht ein wenig dünner.



Kommentare:

Donna hat gesagt…

Das ist sehr schön, was du da über die Demut schreibst. Ein demütiger Mensch zeigt wahre Größe.

Eine Adventszeit, die auch in die innere Stille führt, die wünsche ich dir.

LG - Donna

ankastella hat gesagt…

Liebe Donna,
vielen Dank für Deine lieben Wünsche. Die innere Stille, ich hoffe, das ich sie in den nächsten Wochen öfter zu Gast haben werde.
LG Anita