Demut bedeutet für mich, den Tatsachen ins Auge zu schaun, und zu akzeptieren, das ich nicht alles verändern kann oder darf. Es bedeutet für mich, das ich Menschen, die mir sehr am Herzen liegen, oder auch Menschen, die mich um Rat fragen, nicht verändern kann, wenn sie es nicht zulassen.
Demut bedeutet aber auch, zu verstehen, das jeder Mensch in seiner eigenen Gedankenwelt und Realität lebt, die ich mir manchmal überhaupt nicht vorzustellen im stande bin.
Wie heisst es so schön, "Verurteile keinen Menschen, wenn du nicht mindestens eine Meile in seinen Moukasins gegangen bist". Wenn man einem Menschen begegnet, auch wenn man ihn schon länger kennt, erzählt er noch längst nicht alles, was ihm je passiert ist, was er fühlt oder gefühlt hat, wo seine Ängste auf ihm drücken. Ich denke oft, davor braucht man doch keine Angst zu haben, ja vielleicht ich nicht. Aber für den anderen, der mir gegenüber steht, bedeuten manche Situationen, Angst haben. Entweder hat er in der Vergangenheit traumatische Erlebnisse gehabt, die ihn blockieren, oder in seiner Familie schwebt ein Erlebnis, was auch ihn zurückwirft, ohne das er selbst davon weiss. Natürlich gibt es auch noch die Theorie, etwas aus einem vergangenen Leben mitzubringen.
All das sind Dinge, die ich erst mal nicht wissen kann. Ich lerne gerade, mein
Es wäre schön, mehr Ehrlichkeit miteinander walten zu lassen, auch auf die Gefahr hin, dem anderen seine Schwäche aufzeigen zu müssen. Wir würden vieles besser verstehen. Es wäre so viel einfacher.
Heute werde ich mich in Demut üben und meinen Mitmenschen auch über meine Schwächen erzählen, wenn sich die passende Situation bietet. Gerade die vermeintlichen Starken haben ihre Starke oft als Panzer, um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen. Auch ich trage diesen Panzer mit mir herum, heute wird er vielleicht ein wenig dünner.