Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Samstag, 27. Februar 2010

Alles selbstverständlich

Wenn uns nichts weh tut, wir uns ungehemmt bewegen können, ist das  für die meisten von uns selbstverständlich. Erst wenn wir durch Schmerzen oder durch einen Unfall, oder eine Krankheit in unserem Leben eingeschränkt sind, wird uns bewusst, was Gesundheit eigentlich bedeutet.

Gestern war ich im Krankenhaus, einen Familienangehörigen besuchen, der Gott sei Dank, nichts wirklich schlimmes hat. Als ich so im Krankenzimmer saß, beobachtete ich den Mann, der am Fenster des Zimmers in seinem Bett lag , den Blick aus dem Fenster von uns weg richtete, und offensichtlich mit sich und seinem Schicksal haderte. Er wischte sich immer wieder verstohlen ein paar Tränen aus den Augenwinkeln und war mit sich im Gespräch, leise. Immer wieder machte er eine wegwerfende Handbewegung, so als versuche er, etwas von sich weg zu wischen.

Er war sichtlich verzweifelt. Wie sich später heraus stellte, wird ihm ein Bein abgenommen, weil es nicht mehr durchblutet wird. Der Mann wird ca. 70 Jahre alt sein. Jetzt verstand ich seinen Kummer, weil ich mich einfühlen konnte, in den Gedanken nicht mehr richtig laufen, mich bewegen, trepp auf trepp ab zu laufen, zu tanzen usw. zu können.

Ich bedanke mich sporadisch bei meinem Körper, das er meinem Wunsch nach Bewegung, nach Ausdruck, dem wahrnehmen mit all  meinen Sinnen, mit all dem, was ein gesunder Körper für meinen Geist tut, nachkommt. Tag für Tag. Das habe ich von einem Schamanen gelernt. Sprech mit Deinem Körper, bedanke Dich, bei allen Organen, bei Armen und Beinen, bei Augen, Nase, Mund, Ohren, bei jeder Zelle. Ich behandle meinen Körper (meistens) gut, er wird gepflegt und gut ernährt.

Es ist so schön gesund zu sein, aber ist es auch selbstverständlich?

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