Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Freitag, 26. Februar 2010

Der kleine feine Unterschied

In diesen Tagen ist es wieder einmal so, daß eine Frau, die in einem Amt ist, was nach Meinung der Kirche keiner Frau zusteht, wegen einer Verfehlung, die für einen Mann selbstverständlich ist, angegriffen und gedemütigt wird.
Die evangelische Bischöfin, Margot Käßmann, ist bei rot über eine Ampel gefahren und wie sich nachher herausstellte, hatte sie Alkohol getrunken. Eine Strafttat, das ist sicherlich nicht wegzudiskutieren, aber sie wurde angefeindet und angegriffen, als hätte sie jemanden umgebracht. Wenn alle mächtigen Männer dieses Landes, aus Kirche, Politik oder Wirtschaft, die aus diesem Grund schon einmal ihren Führerschein abgeben mussten, zurücktreten würden, hätten wir wahrscheinlich eine völlig andere Liga in diesen Reihen.
Frauen sind anders, feinfühliger aber auch angreifbarer. Vor allem eine streitbare Frau wie Frau Käßmann. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und das wird ihr halt übel genommen.
Schade Frau Käßmann, ich finde Sie klasse und gerade heraus, aber wahrscheinlich haben Sie durch diesen Akt mehr Freiheit auch weiterhin sagen zu können, was Sie sagen wollen, ohne sich ständig vorwerfen lassen zu müssen, daß Sie ja sowieso nur eine Trinkerin sind, die nicht weiß, was sie redet (das wurde ihr ja schon kurz nach dem Vorfall mehr oder weniger unterstellt, unglaublich).

Es ist beispiellos, die Kirche versucht mit allen Mitteln ihre Männer zu decken,die nachweisliche in vielen Fällen Kinder und Jugendliche missbraucht haben. Aber wenn eine Frau bei rot über die Ampel fährt und auch noch etwas getrunken hat, also da hört es aber auf, das ist höchst unmoralisch. Ich könnte kotzen, über diese Doppelmoral. Wann hört das endlich auf.

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