Ab und zu überkommen mich diese schlechte Laune Anfälle.
Dann seh ich mit einer grauen Brille in die Welt und seh all die hässlichen Stellen, die ich sonst so gut ausblenden kann.
Sehe meine alten Feinde, die mir längst nicht mehr zu schaffen machen, weil ich meine Einstellung geändert habe und ärgere mich noch mal über sie.
Ärgere mich über Politker und Manager, die unfähig sind und die Verantwortung für so viele Menschen tragen.
Im Innersten sitzt jemand, der mir immer wieder zuruft, schau nicht hin, Du weißt, daß es Dir die Laune verdirbt und Dir Zeit stiehlt, aber ich höre nicht zu.
Ich schaue hin, ärgere mich, rege mich auf, bis ich genug davon habe, mir die Laune verderben zu lassen.
Dann kann ich endlich wieder durchatmen, meine Nase in den Wind strecken und mir sagen, daß das Leben schön und lebenswert ist.
Gestern hab ich mit meiner Mutter telefoniert und wir haben uns darüber ausgelassen, wie schwer es ist, jeden Tag zu wissen, was man kochen soll. Plötzlich musste ich lachen und sagte zu meiner Mutter: "Unsere Sorgen müsste man haben, wir können froh sein, daß wir so viel kaufen können, das wir schon nicht mehr wissen, was wir vor lauter Abwechslung noch kochen können."
Oft wird mir bei gemeinsamem Beklagen von Umständen bewusst, daß wir Wohlstandsprobleme haben. Dann beschließe ich, das dies eindeutig kein Grund ist, um schlechte Laune zu haben, und meine Laune hebt sich augenblicklich wieder.
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