Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Samstag, 6. März 2010

Wofür soll das gut sein?

Eine Kollegin von mir ist der Meinung, wenn sie die Männer nur tief genug in ihren Ausschnitt schauen lässt, bekommt sie was sie will.

Ich fass mir manchmal an den Kopf, wenn ich so beobachte, was sich in Frauenköpfen noch so abspielt.

Bei uns in der Firma haben meine frühere Kollegin und ich es gerade mal geschafft, uns bei den Männern, die eindeutig in der Überzahl sind, einen gewissen Respekt zu verschaffen. Durch einen guten Job, durch ein bestimmtes Nein, wenn es zuviel wird. Wir haben uns nicht auf der Nase rumtanzen lassen.

Nun kommt so ein Weibchen daher und glaubt, mein tiefer Ausschnitt macht alles wett. Letzte Woche hat sie sich in ein Kleidchen reingezwängt, das ihren etwas zu üppigen Formen nicht gerade vorteilhaft gedient hat. Als sie dann zur Besprechung ging, rückte sie ihren Ausschnitt nochmal zurecht. "Das hilft immer" meinte sie und ging in die Besprechung. "Find ich ziemlich arm" konnte ich mir als Bemerkung nicht verkneifen. " Das mag ja vielleicht für bestimmte Jobs ganz gut sein, aber wir sind hier nicht im Pascha". (Zur Erklärung für Nichtkölner, das Pascha ist der Puff in Köln).

Nun sie kam zurück, hatte sich eine Menge Arbeit aufbrummen lassen und auf den Wink mit dem Zaunpfahl, das sie gerne an einer bestimmten Veranstaltung teilnehmen möchte, die für uns Mädels ein no go ist, war ein eisiges Schweigen die Antwort.

Dann stöhnte sie vor sich hin, so viel zu tun, ich weiß gar nicht, wo mir der Kopf steht, wie soll ich das alles schaffen?

"Tja, sag ich, das hast Du alles Deinem Ausschnitt zu verdanken, denn wenn Du Dich so präsentierst, hält Dich eben jeder für ein bisschen unterbelichtet. Ein klares Nein hilft manchmal eben doch weiter." Und da ich nicht auf Dein Outfit stehe, wirst Du wohl den Kram alleine machen müssen".

Kommentare:

Donna hat gesagt…

Klare Ansage von dir! Klasse!

Ich kenne das noch aus früheren Uni-Zeiten, wo Studentinnen mit tiefem Ausschnitt den Professor von offensichtlichem Nichtwissen ablenken wollten...

Ärger dich nicht, geh deinen Weg.

Liebe Grüße und für morgen einen guten Start in die Woche!

Donna

ankastella hat gesagt…

Liebe Donna,
Ich glaub, die Lektion war schon ein bisschen hilfreich für die Kollegin. Am anderen Tag kam sie mit Jeans und T-Shirt. Ich arbeite schon mein halbes Leben lang in einer Männerwelt und weiß, das die meisten Männer zwar gerne hinschaun, aber sich im Job nicht von solchen Ablenkungsmanövern beeinflussen lassen. Frau sollte die Männer nicht unterschätzen ;-)

Dir auch eine schöne Woche und ich freu mich schon auf neue Geschichten.
Liebe Grüsse
Anita

Petra Linzbach hat gesagt…

Liebe Anita,
ich finde es gut, dass Du Dich klar und aus reinem Herzen geäussert hast.
Das ist so wichtig für beide Seiten.
Herzensgrüsse, Petra