Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Wir haben uns arangiert

Seit dem ich 17 oder 18 Jahre alt bin, frage ich mich, wie es Menschen ein Leben lang miteinander aushalten. Für mich, das gebe ich ehrlich zu, hat es sich nach einigen Jahren zusammen mit einem Partner nicht mehr richtig angefühlt. Ich konnte mir nicht vorstellen, mich zu arangieren, wie viele Paare es tun, nur um den Rest meines Lebens mit einem Menschen zu verbringen, der in der Tiefe meines Herzens nicht von mir geliebt wird.

In erster Linie hatte das auch etwas damit zu tun, das ich früher gar nicht gern mit mir allein war, also immer meine Bestätigung im Gegenüber suchte.  Das konnte nicht gut gehen. Aber ich war auch nicht ehrlich genug, um mir einzugestehen, das ich mich selbst nicht mochte, wie ich war. Nicht selbstbewusst genug, um zu sagen, ich bin, so wie ich bin, in Ordnung. Das sollten mir andere sagen. Ich habe also meinen Kompass immer nach der Meinung des anderen ausgerichtet und mich dabei ganz schön verbogen. Das ging auch eine zeitlang gut, nur dann war mein Rückgrad doch zu stark und das bedeutete, stop bis hierhin und nicht weiter. Nur um des Zusammenlebens willen meine ganze Persönlichkeit über Bord warfen, das ging irgendwann nicht mehr. Und dann war Schluß.

Ein wichtiger Punkt dabei ist auch, dem anderen noch einen Platz zu lassen, wo er nicht Partner von mir, sondern einfach nur er selbst sein darf. Auch das war sehr schwer für mich zu verstehen. Ich hatte ja meine Eltern als Vorbild, die wie siamesische Zwillinge immer und überall nur gemeinsam etwas unternahmen. Sie arangierten sich.

Ich habe eine Menge gelernt inzwischen und zum arangieren brauche ich heute keine Partnerschaft mehr. Auch nicht dafür, um nicht mit mir allein sein zu müssen. Denn ich bin es mittlerweile sehr gern.

Ich möchte jemanden, dem ich auf Augenhöhe und Herzenshöhe begegnen kann wo jeder er selbst bleiben darf und kann. Ohne Erpressung und Verbiegung. Ich hab lange gebraucht, um herauszufinden, das sich arangieren für mich zu wenig ist, um eine glückliche Partnerschaft einzugehen.

Ich glaube in den nächsten Jahren werden es viele Menschen auch noch begreifen, das auf diesem Boden keine Liebe weiter wachsen kann. Wir sind mitten im Umbruch.

Falke, Perlen 010

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