Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Mittwoch, 5. Januar 2011

Worauf möchtest du eines Tages zurückschauen?

 

ich meine damit die Stunde oder das Wissen, das dieses Leben für Dich nun endgültig zu Ende geht.

Eine Arbeitskollegin sagte kürzlich, mein Leben soll wie ein EKG sein, es soll Höhen und Tiefen zeigen. Das gleichbleibende Signal ist für sie eine Art Deadline, also sie wäre dann tot. Sie will das Leben spüren.

Für den einen ist es die eigene Familie, die man gründet, mit allem, was dazu gehört. Der Nächste lebt sein Leben, so intensiv und schnell, das es für 2 Leben reichen könnte.

Ich hab mir diese Frage natürlich auch schon viele Male gestellt. Ich möchte lächeln können, in den Erinnerungen an viele schöne und auch traurige Momente, die mein Leben als Eckpfeiler hatte.

Möchte an all die Menschen in Herzlichkeit denken, die eine Weile Weggefährten waren und ihnen alles vergeben, was mir teilweise so schmerzhaft war. Vor allem mir auch selbst vergeben können, für die Taten, die ich an mir und anderen begangen habe. Nicht das ich jemanden umgebracht habe, aber manchmal tötet man etwas in einem anderen und weiß es gar nicht.

Es interessiert mich wirklich, was Euch das Leben lebenswert macht. Wofür Du jeden Morgen aufs neue die Füsse aus dem Bett nimmst, um wieder einen Tag zu meistern. Als Meister Deines Lebens.

Solche Gedanken haben mich in jungen Jahren nie beschäftigt. Den Tod konnte und wollte ich mir nicht vorstellen. Ich hatte Angst davor.

Heute bin ich eher gelassen. Ich hab immer noch ein bisschen Angst, aber vor ganz anderen Dingen.

Kommentare:

Alejandro Guepardo hat gesagt…

Das ist eine gute Frage die sich, glaube ich, viel zu wenige Menschen stellen. Viele sind zu sehr getrieben von kurzfristiger Triebbefriedigung und vergessen dabei die mittel- bis langfristigen Auswirkungen. Auch lassen sich zu viele von den Medien etc. einreden was ihnen gut tut. Ein Mann soll Porsche fahren, eine Frau gut geschminkt sein etc.. Wichtig ist, denke ich, herauszufinden, was einen individuell glücklich macht. Der Sinn des Lebens ist, seinen Leben einen Sinn zu geben.

Johannes hat gesagt…

Liebe Anita,
kennst Du das Buch "Der Mann, der Bäume pflanzte"?
Darin erzählt Jean Giono die Geschichte des Schäfers Bouffier, der Morgen für Morgen 100 Eicheln in den kargen Boden der nördlichen Provence legte und so einen ganzen Landstrich veränderte.
Was für ein wertvolles Leben!
Dabei glaube ich, es ist gar nicht so sinnvoll zu schauen, was wir Gutes tun können, sondern darauf, unser Herz zu erwärmen, damit es uns wärmt - und damit auch andere.
Meinem Gefühl nach gibt es leider nicht wirklich viele warmen Herzen.
Eines allerdings weiß ich: Die Phasen, in denen ich die Füße nicht gern aus dem Bett schwinge, können die eigentlich wertvollen sein, weil ich da an einer Mauer bin, die nur mein Herz wirklich öffnet. Und wenn ich einst mit baumelnden Beinen auf der Wolke sitze und nach oben abdampfe, hoffe ich, auf viele Mauern, die keine mehr sind, hinabschauen zu können. Je weniger es in mir gibt, desto ganzer, heiler bin ich ...
Liebe Grüße von
Johannes

ankastella hat gesagt…

Lieber Alejandro, lieber Johannes,
vielen Dank für Eure beiden Rückmeldungen zu einem Thema, was offensichtlich nicht so gerne beantwortet wird, weil wir nicht so ganz gerne darüber nachdenken.
Ich weiß auch nicht warum dieses Thema mich gerade so betrifft.
Ich bleibe noch ein wenig bei diesem Thema und schaue mal, was mir dazu noch einfällt.

Lieber Johannes, das Buch kenne ich noch nicht, Du hast mich gerade ´zu den Büchern von Michael Ende geschickt. Da bin ich nun und lese Momo noch einmal mit neuen Augen und offenen Sinnen. Danach noch das ein oder andere Buch von ihm.Mal schaun, was mich da so erwartet.
Liebe Grüsse
Anita

Johannes hat gesagt…

Oh schön ... Das Märchen vom Zauberspiegel ziemlich am Anfang - Girolamo erzählt es Momo - ist mein Liebeslingsmärchen, es ist sooo schön.
Und die Unendliche Geschichte kann man auf einmal kaum erfassen.
Mich berührt das Thema, das Du angesprochen hast, gerade sehr ... da könnte ich stundenlang drüber schreiben ... man spürt ja die Verantwortung, die man dem eigenen Leben gegenüber hat, eigentlich zunehmend mehr ... wenn man sie spürt ... es ist ja auch ein schmerzliches Kapitel ...
Liebe Grüße und viel Herzberührung durch Momo - sie ist ja auch der Teil in Dir, der Dir zuhört ... oder in mir ... diese Momo ist sooo wichtig :-)
Johannes

Manuela hat gesagt…

Liebe Anita,

ich bin stolz darauf, jeden Morgen in den Spiegel zu schauen und mir selbst in die Augen sehen zu können ... das ist es, was mein Leben lebenswert macht und auf was ich immer zurückblicken möchte: Ich selbst zu sein mit all meinen Stärken und Schwächen aber immer mit geradem Rücken ☺.

♥lichst grüßt dich Manu mit Streicheleinheiten auf einem Flügel :-)), danke.