Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Samstag, 12. Februar 2011

Beobachtungen

Andere Menschen dabei zu beobachten, wie sie handeln und denken, wenn es um eine lebenswichtige Erneuerung geht, ist für mich gerade sehr lehrreich.

Sie verfallen in wilden Aktionismus, getrieben davon, das zu halten, was mit dem ruhigen Verstand betrachtet, nicht zu halten ist.

Alle WIchtigkeit, die sie vorher als oberste Priorität betrachtet haben, wird vorläufig über Bord geworfen und sie sind bereit, Ihre Seele zu verkaufen, um ihren Status ja zu bewahren, so gut es geht.

Ist das der Preis, denke ich gerade, auf alles einzugehen, bzw. dazu bereit zu sein, gegen besseres inneres Wissen?

Wie leicht sind wir doch aus unserer Mitte zu holen, gilt es, das Materielle, unseren Status, vermeintlich retten zu wollen.

Erkennen, das, wo Sicherheit gewünscht aber nicht zu haben ist, den Mut zu haben, andere Wege zu gehen, braucht ein wenig Abstand und ein bisschen Ruhe.

Ich wünsche allen den Mut und die Ruhe einen Schritt zurück zu treten, damit Du siehst, das die Welt rund ist und nicht in einem dunklen Tunnel endet.

schilder

Kommentare:

Ray Gratzner hat gesagt…

Liebe ankastella, ich verstehe Deinen Post so, dass wenn ich zur Ruhe komme und auf meine innere Stimme lausche, ungeachtet aller Ängste die ich haben könnte, ich mein Leben wesentlich besser steuern kann.
Als dem pflichte ich uneingeschränkt bei.

Liebe Grüße Rainer

Alejandro Guepardo hat gesagt…

Die Passage, dass die Leute aus Sicherheitsstreben ihren Status behalten wollen, erinnert mich an folgendes Zitat:

"Die meisten Menschen, sagen wir mal in zehn Jahren, werden immer noch denselben Job machen, im selben Haus wohnen. Nur um sich sicher zu fühlen. Sie werden nie etwas anderes tun. Zehn Jahre - Wahnsinn. Man du hast keine Ahnung was in zehn Minuten passieren wird, oder?" (aus dem Film Collateral)

ankastella hat gesagt…

Lieber Ray,
ja so habe ich es gemeint. Ich sehe die Panik, die das innere Wissen ausschaltet, und denke mir, diesen Schritt wirst Du zutiefst bereuen, wenn der normale Alltag erst mal wieder etwas Ruhe in Dein Leben gebracht hat.
Aber es ist schwer, jemanden zu stoppen, der Angst um das hat, was er sowieso nie hatte, und ihn als Mensch auch nicht ausmacht. Das zu erkennen, braucht eben ein bisschen Zeit und das Zulassen,auf seine innere Stimme zu hören.

Liebe Grüsse
Anita

ankastella hat gesagt…

Lieber Alejandro,
Ein schönes Zitat, so ähnlich denke ich auch und das von Jugend an. Aber für viele löst das ein Angstgefühl aus, sie halten sich an Gewohntem fest, so lange es geht, auch wenn es drückt, und längst nicht mehr ihnen entspricht.

Ich hab bisher nur verstanden, das auch so ein Satz wie, Du weisst noch nicht mal was in 10 Minuten passiert", die meisten nicht wachrüttelt, sondern das sie hoffen, das bloß nichts passiert, damit alles so bleiben kann, wie bisher. Schade, aber jeder wie er mag.

Liebe Grüsse
Anita

Dori hat gesagt…

Liebe Anka,
ich vermute mal, dass Du "solch einen" Menschen gerade in Deinem Umfeld hast?
Ich und mit mir über 100 andere Menschen dürfen sich ja nach einem neuen Broterwerb umschauen. Während ich mich anfangs wie wild beworben habe und unbedingt sofort eine neue Stelle haben wollte, möchte ich nun erst einmal abwarten und mir Zeit nehmen,mich zu sortieren.
Der Gedanke, wieder in einem Büro zu arbeiten gefällt mir überhaupt nicht (mehr)und ich will mal sehen, wo mich der Weg hinführt!
Liebe Grüße für einen schönen Sonntag,
Dori

Manuela hat gesagt…

Hallo meine Liebe,

schönes Posting - nachdenklich macht es mich aber auch glücklich, dass deine Worte auch meine sein könnten - ich sehe zurzeit so viele spitze Ellenbogen um mich herum und frage mich, ob es auch "stille Kämmerleins" gibt.

Es grüßt dich ganz herzlich Manu

P. S. Das Alice Springs-Schild sprang mir zuerst ins Auge ☺, ob es eine Bedeutung hat? ☺

P. S.2 Das Zitat aus Collateral finde ich klasse, danke Alejandro

Manuela hat gesagt…

Hallo meine Liebe,

schönes Posting - nachdenklich macht es mich aber auch glücklich, dass deine Worte auch meine sein könnten - ich sehe zurzeit so viele spitze Ellenbogen um mich herum und frage mich, ob es auch "stille Kämmerleins" gibt.

Es grüßt dich ganz herzlich Manu

P. S. Das Alice Springs-Schild sprang mir zuerst ins Auge ☺, ob es eine Bedeutung hat? ☺

P. S.2 Das Zitat aus Collateral finde ich klasse, danke Alejandro

ankastella hat gesagt…

Liebe Dori,
ja Du hast Recht, ich habe einen jemanden im meinem Umfeld, dem es zur Zeit so ergeht und ich lerne daraus, auch wenn es weh tut, mit anschauen zu müssen, wie sehr man gegen die Angst, alles zu verlieren, ankämpft, und dabei vermeintlich kein Land sieht. Ich fühle mich hilflos, weil ich nicht helfen kann.
Ausser da zu sein, zuzuhören und zu hoffen, das es hilft.
Ich glaube, ich würde auch nicht wieder in einen Bürojob gehen, wenn ich nun vor die Situation gestellt würde, einen neuen Broterwerb finden zu müssen.
Es macht mich innerlich ganz und gar nicht zufrieden und satt. Es hilft nur, das Materielle abzudecken, aber nicht meine innere Zufriedenheit.
Ich drück Dir die Daumen, das Du das findest, was Dir auch von innen heraus entspricht.
Herzensgrüsse
Anka

ankastella hat gesagt…

Hallo liebe Manu,
Ja es scheint augenblicklich das Thema zur sein, was fast alle betrifft, in der einen oder anderen Form.
Und mir ging es genau so bei dem Bild, als ich es aussuchte, Alice Springs war das Erste, was ich gelesen habe. Sicher kein Zufall
;-)).
Ganz liebe Grüsse
Anita