Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Mittwoch, 31. August 2011

Mit dem Herzen dabei sein

Es gibt zur Zeit ein paar Dinge, die ich nicht gerne tue. Ich hadere mit meinem verletzten Stolz. Ich könnte mich herausreden, keine Zeit haben. Tausend Ausreden gebrauchen. Aber in mir drin ist die Stimme die sagt, ich sollte es tun. Wenn ich auf Hilfe angewiesen wäre, wäre ich auch froh, wenn jemand, obwohl er mir nicht gut gesonnen ist, diese Hilfe erweist.

Meine Eltern werden derzeit, der eine aktiv der andere passiv, vom Schicksal schwer geprüft.  Sie glauben an schlimme Zeiten, also bekommen sie diese leider auch. Es ist alles andere als schön, zusehen zu müssen, wie sie sich ihr tägliches Leid durch Worte und Gedanken selber herbeirufen. Wenn ich ihnen manchmal sage, sie sollen doch mal einen anderen Blickwinkel benutzen und sich nicht immer in ihrem kleinen Kreis drehen, treffe ich auf mehr als taube Ohren. Ich habe leicht reden, ich wüsste ja gar nicht wie schlimm sie dran sind. Keiner weiss es besser als ich, weil ich darf seit Geburt an beobachten, wie sie sich ihr Leben selbst schwer machen. Aber das zählt nicht.

Trotzdem oder gerade deshalb kann ich hier meine Hilfe an bestimmten Eckpunkten nicht versagen, mir ginge es selber nicht gut dabei, wenn ich mich damit rausrede, ihr wolltet es nicht anders.

geburt

Kommentare:

Dori hat gesagt…

Liebe Anita,
ich kann Dich sehr gut verstehen. Meine Mutter, die vor zwei Wochen 80 geworden ist, hat beschlossen, dass nun alles "keinen Sinn" mehr hat. Sie ist organisch kerngesund, hat noch alle ihre Zähne!, aber ihre Seele will einfach nicht mehr. Sie möchte jetzt in ihrem Sessel sitzen und warten, bis es "VORBEI" ist. Alles Zureden hilft überhaupt nichts, auch die Aussage von mir, dass es unter Umständen noch sehr lange dauern kann, denn die Menschen in ihrer Familie werden alle mindestens 95 :-))))
Seufz - was will man da tun?
Ich weiß es nicht. Ich will ja immer nur helfen. Mein sehr pragmatischen erwachsenen Kinder meinen: da kannst Du nicht helfen.
Ich wünsche mir von Herzen, nicht so zu sein.
Ich WERDE NICHT SO SEIN!
Liebe Grüße von Dori

ankastella hat gesagt…

Liebe Dori,
das denke ich auch die ganze Zeit. Lass mich bitte nicht so werden. Ich werde anders sein. Das ist doch schon mal ein guter Ansatz. Dann lieber wie Johannes Heesters bis zum letzten Tag auf der Bühne stehen wollen lach. Na gut, vielleicht ist das auch nicht ganz das Wahre.
Liebe Grüsse zu Dir
Anita

andrea2110 hat gesagt…

Liebe Anita, das ist ein echter Konflikt, kann ich gut verstehen. Auf der einen Seite möchte man seine Eltern nicht "hängenlassen" und schon gar nicht im Negativen versinken sehen, auf der anderen Seite kann man nur da helfen, wo auch Hilfe angenommen wird... Ich wünsche Dir, dass Du eine gute Lösung dafür findest. Alles Liebe Andrea

ankastella hat gesagt…

Liebe Andrea,
es ist eine echte Gratwanderung und ich weiss nicht, ob ich sie schaffen werde. Ich hoffe, das wir gemeinsam eine Lösung finden, die für alle gut ist.
Liebe Grüsse
Anita