Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Donnerstag, 8. September 2011

Gabi Köster

Gestern abend ist sie wieder zurück gekommen in den Sender, und in die Öffentlichkeit. Ich mochte sie schon immer gern, sie hat die kölsche Schnauze, die auch mir angeboren ist. Bloss kein Blatt vor den Mund nehmen und die Dinge mit Humor beim Namen nennen.

Schlaganfall war ihre Diagnose und es war einer von der ganz fiesen Sorte. Sich wieder aufzurappeln, zu akzeptieren, das vieles nicht mehr eben so geht, den Mut nicht zu verlieren. Diese Krankheit macht einen ganz schön demütig. Sie hat mit einfachen Worten geschildert, wie es ihr in den letzten Jahren ergangen ist. Und man konnte sehen, das sie sich irgendwie auch gerne hinter ihren wilden dreadlocks verstecken wollte, zumindest am Anfang ihres Auftritts.

So nach und nach wischte sie sich diese aber immer energischer aus dem Gesicht.

Wenn man, wie ich, selber jemanden in der Familie hat, der von jetzt auf gleich durch einen Schlaganfall aus seinem gewohnten Leben gerissen wird, weiss man, wie schwer und mühsam das für den Menschen, aber auch für die Familie sein kann.

Ich wünsche Gabi, das sie weitermacht auf ihrem Weg ins Leben zurück. Und das sie die Unterstützung bekommt, die sie braucht.

Es ist heutzutage, dank der Gesundheitsreform gar nicht so leicht, noch die entsprechende Unterstützung zu bekommen. Es darf nicht viel kosten und muss schnell gehen. Da hat Gabi Köster gestern ja auch schon einen passenden Satz in Richtung Gesundheitsminister abgelassen. Gut gemacht Gabi. Viele haben nicht die Chance mal öffentlich zu sagen, das keiner freiwillig krank ist und so lange braucht, um wieder gesund zu werden.

Kommentare:

Dori hat gesagt…

Liebe Anita,
ich habe gerade Gabi Köster im "KÖLNER TREFF" gesehen, das ist mein persönlicher Kult am Freitag Abend. Und bin erschrocken - und auch wieder positiv berührt.
Sie ist nicht mehr die Gabi Köster, die sie einmal war. Hat Schwierigkeiten, das Gehen fällt ihr schwer, sehr ernst und tief in sich, so ist sie.
Ich finde es toll, dass sie jetzt wieder an die Öffentlichkeit geht, aber es deprimiert mich auch, sie so zu sehen. Weil es mich an meine eigene Geschichte erinnert.
Vorher - nachher. Egal welche Erkrankung, es ist nie wieder so, wie es einmal war.
Liebe Wochendgrüße von Dori

ankastella hat gesagt…

Liebe Dori,
ich weiss was Du meinst. Der Mensch verändert sich durch eine Krankheit. Danach ist es glaube ich, die Essenz des Lebens, des eigenen Lebens, was zurück bleibt. Und die gilt es zu leben. Egal ob Du, ich oder Gaby Köster. Ich schaue auch manchmal noch nach der, die ich einmal war und frage mich, wo meine Leichtigkeit geblieben ist, aber sie ist fort. Dafür habe ich andere Wesensarten bekommen, die mir helfen gelassener zu sein.
Herbstlich warme Grüsse
Anita