Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Samstag, 24. Dezember 2011

Mein grösster Weihnachtswunsch

den ich als kleines Mädchen und bis ins Erwachsenenalter hinein bewahrt habe, war ein eigenes Pferd.

Mein bester und interessiertester Zuhörer war mein Großvater, der selber in der Landwirtschaft aufgewachsen war und im Krieg die Pferde versorgt hat, die die Wagen in Richtung Russland zogen. Das war seine Art am Krieg teilzunehmen, sich um die Tiere zu kümmern. 

Ich war fünf Jahre alt, und alles aber auch alles, was sich satteln ließ, selbst unsere uralte Nähmaschine musste dazu herhalten, mich wilde Amazone auf dem Rücken zu tragen.

nähmaschine

Ein paar Wochen vor Weihnachten ging es dann los. Ich malte Bilder fürs Christkind, mit pferdeähnlichen Geschöpfen. Ich kann bis heute noch kein ordentliches Pferd malen. "Mama wie schreibt man Pferd?" fragte ich vorsichtshalber nach. Und meine Mutter schrieb es mir vor. "Was machst Du denn da?" wollte sie wissen. Ich erzählte ihr, das ich meinen Wunschzettel für das Christkind schrieb.  "Ich will nur ein Pferd, sonst gar nichts, nie wieder,  für alle Weihnachten der Welt!" und ich meinte das genau so, wie ich es sagte.

Mein Großvater schaltete sich ein. "Wo sollen wir das Pferd denn hintun, wir wohnen mitten in der Stadt?" "Ach Opa das können wir doch in die Garage tun, wir haben doch noch eine frei, wir holen Stroh und Heu und das Pferdchen hat es da ganz gemütlich." Ich ließ mich nicht abbringen, egal welche Fragen mein Opa mir bezüglich Unterkunft, Futter und Bewegung fürs Pferd auch stellte. Ich hatte für alles einen Plan. Mein Großvater hat sich bestimmt köstlich amüsiert und immer ein leises Schmunzeln im Gesicht, wenn ich wieder Überzeugungsarbeit leistete. Ich war sicher, ich hatte ihn überzeugt.

Heiligabend kam und ich war soooo aufgeregt. Ich ließ alles brav über mich ergehen, den ganzen Tag nicht im Weg stehen, sich das feine Kleidchen anziehen lassen, die Schleife ins Haar binden. Ich hätte mir auch noch eine Kuhglocke umgehängt, wenn es nur einer von mir verlangt hätte.

Es wurde langsam dunkel, der endlos scheinende Tag ging doch endlich zu Ende und ich fieberte der Bescherung entgegen. Dann war es soweit. Das Glöckchen im Wohnzimmer läutete, die Weihnachtsmusik lief und die Tür ging auf.  Ich stürmte ins Wohnzimmer, schaute mich kurz um, eigentlich war mir klar, das mein Geschenk ganz sicher nicht im Wohnzimmer stehen konnte.

2. Etage für ein Pferd, das war mir auch als kleines Mädchen schon klar, ging gar nicht. Also übersah ich all die Geschenke, die da aufgebaut waren und nahm meinen Großvater an der Hand. "So komm Opa, lass uns mal zur Garage gehen".  Alle schauten mich an und wussten gar nicht, was ich jetzt in der Garage wollte. Da klärte mein Großvater sie auf und alle lachten laut. "Was Du immer für Ideen hast" schüttelte meine Mutter den Kopf. Nur mein Opa und ich sahen uns an. So langsam kam mir ein Verdacht. Ich sah Bedauern in seinem Gesicht.

"Schau mal hier die ganzen Pakete sind alle für Dich, pack doch mal aus". Meine Großmutter wollte mich ablenken. Aber ich hatte begriffen. Heisse Tränen schossen aus meinen Augen. Was sollte ich mit diesem ganzen Kram, verstanden die nicht, das ich es sehr ernst gemeint hatte? "Wenn Du mal groß bist, kannst Du Dir ja ein Pferd kaufen" aber hier in der Stadt Kind ,das geht doch nicht."

"Das werde ich auch tun, darauf könnt Ihr Euch verlassen und jetzt werde ich ganz schnell groß"

Eins weiss ich sicher, wenn mein Großvater gekonnt hätte, er hätte mir meinen Herzenswunsch erfüllt, das habe ich gespürt.  Und als sich 30 Jahre später mein größter, sehnlichster Wunsch erfüllte, mein eigenes Pferd, lebte er leider nicht mehr. Ich hätte es ihm so gerne gezeigt, weil ich wusste, daß er sich von Herzen mit mir gefreut hätte und sich daran erinnert hätte, wie dieses eine Weihnachten war.

Kommentare:

Manuela hat gesagt…

Ist das nicht schön, wenn Herzenswünsche sich erfüllen?
Manchmal stimmt der Zeitpunkt nicht .... aber es ist niemals zu spät.

Noch viele erfüllte Herzenswünsche und glückliche Momente, das wünsche ich dir und drücke dich herzallerliebst.

Frohe Weihnachten

♥ Manu

C. hat gesagt…

Meine liebe Anita, deine Geschichte berührt mich sehr.... meine Tochter(24) wünscht sich seit sie reden kann, zu jedem Anlass ein Pferd.....

Ich wünsche dir ein ganz besonders frohes Weihnachtsfest und alles Liebe!

Christine

Dori hat gesagt…

Das ist eine schöne persönliche Weihnachtsgeschichte, liebe Anita. Ich habe heute auch meine Weihnachtsgeschichte gepostet.
Ich wünsche dir ein Gesegnetes Weihnachtsfest,
alles Liebe von Dori

anita hat gesagt…

Liebe Manu,
ja es hat ein wenig gedauert, mit dem Herzenswunsch, und er kam völlig unerwartet und plötzlich. Danke für Deine lieben Wünsche und auch Dir noch viele glückliche Momente in Deinem Leben. Ich hoffe ich darf dann darüber bei Dir lesen und mich mitfreuen.
Frohe Weihnachten
Herzlichst
Anita

anita hat gesagt…

Liebe Christine,
ach ja wir Mädels und die Pferde....., ich kann an keinem Pferd vorbei gehen, ohne stehen zu bleiben und mit ihm zu reden. Heute noch, diese Liebe ist eine Liebe fürs Leben.
Frohe Weihnachten wünsch ich Dir von ganzem Herzen
Anita

anita hat gesagt…

Liebe Dori,
ich hab Deine Geschichte gelesen und ich finde sie auch schön. Was einem so in Erinnerung bleibt, schon erstaunlich. Glenn Miller, mit dieser Musik bin ich auch gross geworden und ich mag sie heute noch sehr. Sie ist so beschwingt und macht mir gute Laune.
Dir noch ein paar schöne Weihnachtstage liebe Dori
Herzlichst
Anita

Tausendschön hat gesagt…

♫•*¨*•.¸¸ ALL YOU NEED IS LOVE¸¸.•*¨*•♫ herzallerliebste glitzerfestgrüsse, silke :-)