Es gibt zur Zeit ein paar Dinge, die ich nicht gerne tue. Ich hadere mit meinem verletzten Stolz. Ich könnte mich herausreden, keine Zeit haben. Tausend Ausreden gebrauchen. Aber in mir drin ist die Stimme die sagt, ich sollte es tun. Wenn ich auf Hilfe angewiesen wäre, wäre ich auch froh, wenn jemand, obwohl er mir nicht gut gesonnen ist, diese Hilfe erweist.
Meine Eltern werden derzeit, der eine aktiv der andere passiv, vom Schicksal schwer geprüft. Sie glauben an schlimme Zeiten, also bekommen sie diese leider auch. Es ist alles andere als schön, zusehen zu müssen, wie sie sich ihr tägliches Leid durch Worte und Gedanken selber herbeirufen. Wenn ich ihnen manchmal sage, sie sollen doch mal einen anderen Blickwinkel benutzen und sich nicht immer in ihrem kleinen Kreis drehen, treffe ich auf mehr als taube Ohren. Ich habe leicht reden, ich wüsste ja gar nicht wie schlimm sie dran sind. Keiner weiss es besser als ich, weil ich darf seit Geburt an beobachten, wie sie sich ihr Leben selbst schwer machen. Aber das zählt nicht.
Trotzdem oder gerade deshalb kann ich hier meine Hilfe an bestimmten Eckpunkten nicht versagen, mir ginge es selber nicht gut dabei, wenn ich mich damit rausrede, ihr wolltet es nicht anders.