Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Mittwoch, 25. April 2012

Alte Wunden

Meine Gedanken kreisen um den Sinn, in seiner Vergangenheit herumzustochern, mittels Psychotherapie.

Gut, es gibt verschiedene Arten von Therapie.

Was uns verletzt hat, wissen wir wahrscheinlich alle all zu gut. Das was in unserer Kindheit falsch angelegt wurde, wo uns falsche Wahrheiten verkauft wurden, wo wir uns von den Menschen, die uns behüten sollen, seelische Schmerzen zugefügt wurden, oder auch körperliche, wissen die meisten von uns auch (manche kommen an diese Erinnerung nicht heran, weil es zu weh tut, und dann hat das sicher auch einen Sinn).

Aber ist es auch gut, das immer wieder durchzukauen?

Immer wieder an diesen Schmerz zu kommen? Für mich ist das fraglich. Es gibt Zeiten, da kommen wir gut mit unserem Leben zurecht, mit allem, was wir erlebt haben und sind guter Hoffnung, das wir etwas daraus gelernt haben und es besser machen dürfen. Aber da sind auch die Zeiten, da ist es unerträglich an diese Wunden zu fassen. Und was dann? Ich habe noch von keiner wirklich guten Gesprächstherapie gehört, die das dann auffängt. Natürlich kenne ich nicht alles, und ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

Nach meiner Erfahrung hilft da nur Ablenkung, immer wieder auf etwas zu schauen, was uns Freude macht, etwas zu tun, was uns wirklich Erleichterung bringt (lachen, tanzen, lesen, Musik, kreativ sein, was weiss ich..)

Immer wieder in eine Wunde zu fassen, wer tut das freiwillig? Wenn ich mich verletzt habe, fasse ich dann ununterbrochen immer an diese Stelle? Wohl kaum. Irgendwann tut es nicht mehr so weh und dann wage ich es, dort hin zu fassen, aber doch nicht um alles wieder aufzukratzen, was verheilt ist.

Eine echte Lösung gibt es irgendwie nicht, finde ich. Oder?

Kommentare:

seelenruhig hat gesagt…

Diese Gedanken und Zweifel sind mir sehr bekannt!! Ich tendiere zwar nicht dazu, die Augen zu verschließen und ruhig mal gut hinzuschauen - dann aber den Blick auf das zu lenken, was uns gut tu, Freude macht!



Liebe Grüße von Ellen

Anna hat gesagt…

Das unterschreibe ich absolut. ;)

Wobei es sein mag, dass eine Gesprächstherapie dann hilfreich ist, wenn man partout nicht weiß, wo einen "der Schuh drückt" und jahrelang nur die Augen verschlossen hat.

Sonst finde ich es sinnvoller, den Blick auf das zu lenken, was ich möchte. Und wenn überhaupt eine Therapie, dann besser eine, die dazu anleitet, unerwünschte Verhaltensmuster zu überwinden.

Immer wieder in Kindheitswunden oder sonstigen Wunden herumzustochern, halte ich für wenig sinnvoll und es dürfte einen Grund haben, dass viele Psychotherapien so unendlich lange dauern und die Patienten dann doch von einer Therapie in die nächste stolpern...

Rita hat gesagt…

Dear Anita,
One theory that I read about is that when one is often troubled with the " Wound" that explains that it is unfinished business.
Maybe you were not able to talk the break-up over with your friend, maybe he did not give you the chance to finish it the right way. The
only thing I can recommend is that you practice to forgive him in your heart, and then your heart will get happy again, and new "Vista" will appear on your horizon.
Love, Rita in Medford

anita hat gesagt…

Liebe Rita,
zu vergeben ist der härteste Job, den wir tun können. Dafür muss erst eine gewisse Zeit vergehen. Wie ich schon sagte, frische Wunden tun weh. Ich bin grundsätzlich nicht nachtragend und mir ist auch nichts wirklich furchtbar schlimmes passiert in meinem Leben. Aber einige Menschen haben meine Grenzen ganz schön überschritten, und es dauert eine Zeit umd darüber hinweg zu kommen.
Liebe Grüsse nach Medford

Anita

anita hat gesagt…

Liebe Anna,
ich sehe, Du empfindest genau so wie ich. Ich beobachte auch bei anderen, daß viele den Therapeuten wechseln, weil sie nicht weiterkommen mit ihrem Thema. Alleine darüber reden ist meines Erachtens viel zu wenig. Ich habe eine kleine Ahnung, was vielleicht hilft, aber da reagiert wohl jeder anders.
Liebe Grüsse
Anita

anita hat gesagt…

Liebe Ellen,
nein Augen verschließen hilft auch nicht. Hinschauen kann man aber am besten in den Momenten, wo man innerlich gefestigt ist, und dann sollte das auch gemacht werden. Aber nicht jeder Tag oder jede Zeit eignet sich dafür.
Liebe Grüsse an den Bodensee
Anita

Anonym hat gesagt…

Liebe Anita,
das Thema berührt mich auch sehr . Aus meiner Sicht bzw. Erfahrung ergibt sich folgendes : 2 Jahre Gesprächstherapie sprich Psychoanalyse vor einigen Jahren hat mir zwar einige Erkenntnisse gebracht, mich aber durch ein "Tal der Tränen und des Schmerzes " gehen lassen und nicht wirklich was verändert.Man macht einfach weiter, zumindest war es bei mir so. Dann vor zwei Jahren "Zusammenbruch" den ich mit Hilfe von MBSR (Achtsamkeitspraxis, kann ich nur wärmstens empfehlen , auch ohne schwerwiegenden Gründe) )und Verhaltenstherapie gut bewältigt und wirklich viel erkannt und verändert habe und immer noch tue. Punkt ist, zu lernen mit dem was ist umzugehen, auch hinzuschauen, aber nicht immer wieder in der Vergangenheit zu wühlen, sondern gut für sich zu sorgen. Das Leben findet im Hier und Jetzt statt.

Liebe Grüße
Sylvia

anita hat gesagt…

Danke Sylvia für Deine Antwort. Ich sehe es ähnlich. Wir leben jetzt und das bedeutet,jetzt gut auf mich acht zu geben, zu wissen was gut oder schlecht für mich ist. Was frisst meine Energie auf, was gibt mir neue dazu? Mit der Zeit weiß man das normalerweise.
Also passen wir gut auf uns auf.
Liebe Grüsse
Anita

Anonym hat gesagt…

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