Meine Gedanken kreisen um den Sinn, in seiner Vergangenheit herumzustochern, mittels Psychotherapie.
Gut, es gibt verschiedene Arten von Therapie.
Was uns verletzt hat, wissen wir wahrscheinlich alle all zu gut. Das was in unserer Kindheit falsch angelegt wurde, wo uns falsche Wahrheiten verkauft wurden, wo wir uns von den Menschen, die uns behüten sollen, seelische Schmerzen zugefügt wurden, oder auch körperliche, wissen die meisten von uns auch (manche kommen an diese Erinnerung nicht heran, weil es zu weh tut, und dann hat das sicher auch einen Sinn).
Aber ist es auch gut, das immer wieder durchzukauen?
Immer wieder an diesen Schmerz zu kommen? Für mich ist das fraglich. Es gibt Zeiten, da kommen wir gut mit unserem Leben zurecht, mit allem, was wir erlebt haben und sind guter Hoffnung, das wir etwas daraus gelernt haben und es besser machen dürfen. Aber da sind auch die Zeiten, da ist es unerträglich an diese Wunden zu fassen. Und was dann? Ich habe noch von keiner wirklich guten Gesprächstherapie gehört, die das dann auffängt. Natürlich kenne ich nicht alles, und ich lasse mich gerne eines besseren belehren.
Nach meiner Erfahrung hilft da nur Ablenkung, immer wieder auf etwas zu schauen, was uns Freude macht, etwas zu tun, was uns wirklich Erleichterung bringt (lachen, tanzen, lesen, Musik, kreativ sein, was weiss ich..)
Immer wieder in eine Wunde zu fassen, wer tut das freiwillig? Wenn ich mich verletzt habe, fasse ich dann ununterbrochen immer an diese Stelle? Wohl kaum. Irgendwann tut es nicht mehr so weh und dann wage ich es, dort hin zu fassen, aber doch nicht um alles wieder aufzukratzen, was verheilt ist.
Eine echte Lösung gibt es irgendwie nicht, finde ich. Oder?