Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Mittwoch, 20. März 2013

Arme Deutsche Bahn

Da bin ich gestern, als mal wieder viele Räder bei der Deutschen Bahn stillstanden, zum Serviceschalter derselben geeilt, um mir eine Bescheinigung ausstellen zu lassen, über meine zukünftige Fahrstrecke bezüglich Job. Dies hat mein Arbeitgeber von mir verlangt.

Ich also zum Servicepoint, der in einem Kiosk am Bahnhof integriert ist, und den schlecht gelaunten und genervten Servicebeauftragten der Bahn meinen Wunsch vorgetragen.

Das macht sieben Euro fünfzig, war die Antwort. Toll dachte ich, der hat aber die Tarife im Kopf, Donnerwetter.

Könnten Sie mir das bitte kurz ausdrucken, fragte ich freudig erstaunt.

Die Auskunft kostet sieben Euro fünfzig, sagte der.

"Wie jetzt, dafür das Sie mir in 2 Minuten ein Zettelchen ausdrucken, soll ich sieben Euro fünfzig zahlen?"

Mir fiel vor Staunen fast die Kinnlade runter.

Ja, meinte Herr Miesgelaunt, darauf hin, Ihr kommt alle hierher, lasst Euch von uns bestätigen, was die Fahrt zum Arbeitsplatz kostet, und fahrt dann mit dem Auto!

"Ja woran das wohl liegt", meinte ich, Gott sein Dank, doch noch ziemlich schlagfertig, obwohl mein Hirn gerade eine Vollbremsung gemacht hat. "Ständige Ausfälle, gestrichene Verbindungen, die wirklich hilfreich, weil schneller am Ziel, waren. Dazu noch ein paar lustige Streiks, oder es schneit auch noch, wie -sollen- wir -da -pünktlich- sein Aussagen, liebe Leute, da darf man sich aber nicht wundern, das wir lieber das Auto nehmen, oder?"

Für die Strecke, die ich zukünftig zu fahren habe, brauche ich mit dem Auto von meiner Haustür bis zum Arbeitsplatz 35 Minuten. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln 1 Stunde 35 Minuten! Ohne Fußweg, wohlgemerkt und nur dann, wenn ich auch alle 89 Umsteigeverbindungen pünktlich erhasche. Und wehe wenn nicht.

Also hab ich den Obulus ins Spendenkörbchen für Bedürftige geworfen und hab mein Zettelchen bekommen.

Also liebe Deutsche Bahn, wenn Ihr jetzt schon auf die Art Euer Geld verdienen müsst, dann wird es Zeit, mal darüber nachzudenken, woran es liegt, daß ich lieber mit  dem Auto fahre.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

gute Reaktion :-) , Respekt.

LG
Sylvia

seelenruhig hat gesagt…

Das ist ja wieder mal eine unglaubliche Geschichte!! Kann man da noch den Humor bewahren????

Liebe Grüße mit besten Wünschen für Geduld und Ausdauer....

von Ellen

Anita hat gesagt…

Ich kenne wirklich viele, die täglich mit Bus und Bahn zum Job fahren, und die machen das aus Überzeugung. Ich hab da irgendwie kein Glück und immer so komplizierte Strecken.
Liebe Grüsse an Sylvia und Ellen