Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Sonntag, 20. Oktober 2013

Eine kurze Woche

Mir kam sie jedenfalls kurz vor, weil so viele Termine anstanden. Unter anderem 2 Tage Hamburg im Dienste meines Arbeitgebers.

Diese Woche war sehr kommunikativ und leider geprägt von viel Ernsthaftigkeit. Meine Kolleginnen und ich stellten einstimmig fest, daß viel zu wenig gelacht wird, insbesondere hier in Deutschland. Eine meiner langjährigen Kolleginnen, wir sind im gleichen Alter, kam gerade aus einem Urlaub von Namibia zurück. Als ich sie fragte, wie es war, schossen ihr die Tränen in die Augen und sie sagte "es fällt mir immer schwerer, wieder nach Deutschland zurückzukommen" Auch wenn es in Namibia, wie in vielen anderen Ländern auch, nicht alles so rosig ist, so sind doch die Menschen um vieles fröhlicher.

Ich bin ziemlich sensibel und jedes Mal wenn ich hier in Deutschland in eine Menschenmasse eintauche, bin ich spätestens nach einer Stunde wütend und weiß nicht warum. Mit mir hat es wenig zu tun, denn ich bin mit mir und meiner Welt im reinen, aber was um mich herum so schwingt, mein lieber Schwan!  So waren wir diese Woche abends in Hamburg im Musical "König der Löwen" . Ein  leichtes unbeschwertes Stück, was eigentlich gute Laune machen sollte. Aber je länger ich in dem Theater saß, und die Vorstellung dauert 3 Stunden, um so mehr Wut spürte ich in mir hochsteigen. Wogegen? Ich weiß es wirklich nicht, ich war  entspannt. Ich bin nachher raus gegangen, weil irgendwer so eine dermassene Wut dort verbreitete, daß ich es nicht mehr aushalten konnte. Und so geht es mir leider öfter.

Es schwelt vor sich hin, bei uns in Deutschland, aber wenn es darum geht, den Mund in angemessener Weise aufzumachen, dort wo es angebracht ist, tun sich die Deutschen leider sehr schwer. Jeder hat wohl Angst, sich zu weit aus dem Fenster zu hängen.

Was mir nicht gepasst hat, diese Woche war der Fug mit German Win*s. Leichtsinnig buchte ich via Internet einen Flug und dachte, alles ist gut. Der Flug war auch nicht gerade billig. Als ich meinen kleinen Koffer aufgeben wollte, kam die erste Überraschung.  Die Dame am Counter belehrte mich, das ich eine Gepäckaufgabe nicht gebucht habe. Hääää? Ja wenn diese Fluggesellschaft Dein Gepäck trransportieren soll, muß das extra gezahlt werden, es sei denn es handelt sich um das übliche Handgepäck. Aha. Na dann nehm ich mein Köfferchen halt mit ins Flugzeug. Gott sei Dank, hatte ich sehr wenig mit, und die verdächtigen Flüssigkeiten, mit denen ich ein Flugzeug in meine Gewalt bringen könnte, waren auch zu Hause geblieben, da es im Hotel glücklicherweise zum Service gehört, diese im Bad bereits vorzufinden.

Auch einen Kaffee oder ein Wasser gibt es nicht mehr, ohne vorherige Buchung. Es sei denn ich zahle es an Bord extra.  Okay, dann eben nicht. Aber eins weiß ich, diese Fluggesellschaft hat wieder mal einen unzufriedenen Kunden hinterlassen und darf in Zukunft auf meine Buchung verzichten. "Ich will ja keinem zu Last fallen", Ironie aus.

Ich könnte jetzt noch eine Abhandlung über Service am Kunden im Allgemeinen schreiben, aber das spare ich mir an dieser Stelle. Darüber haben wir firmenintern an anderer Stelle diskutiert und festgestellt, daß Kostenersparnis , was Personal betrifft, sehr hoch im Kurs steht, aber dem Kunden auf jeden Fall versprochen wird, das er bei uns immer ein offenes Ohr findet. Ich frag mich bloß bei wem, wenn keiner mehr da ist. Aber das entscheiden dann die Kunden selbst, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Kommentare:

Maria Sand hat gesagt…

Depressionen entstehen oft durch falsche Ernährung und durch Lichtmangel. Vitamin D-Mangel hat in unseren Breiten zumindest im Winter fast jeder und das schlägt sich auf die Stimmung.

Im Urlaub ist natürlich sowieso immer alles anders und die Leute sind zu Touristen ja auch gerne freundlich. Was sich hinter der Freundlichkeit und dem Lachen verbirgt, weiß man nicht immer so genau. Die Mentalität ist natürlich auch vor allem angeboren, die kann man nicht einfach so ändern. Trotzdem soll man sich vom äußeren Anschein nicht täuschen lassen. Nicht umsonst drängen viele Afrikaner nach Europa.

Anita hat gesagt…

Hier liegt der Fall wohl etwas anders. Erstens hatten wir einen sonnenreichen Sommer, der ja nun noch nicht so lange her ist. Eigentlich sollten wir doch alle noch gut drauf sein. Meine Kollegin in dem Fall, plant seit einigen Jahren bereits eine Auswanderung nach Namibia, weil sie dort so leben kann, wie sie möchte. Nur darf sie erst offiziell kommen, wenn sie ihre Rente sicher hat, das heisst mit 65! In Südafrika läuft es ein bisschen anders als in Europa. Das sie darüber traurig ist, kann ich wirklich gut nachvollziehen. Zumal sie mit einer Südafrikanerin verheiratet ist. Das war jetzt übrigens kein Schreibfehler :)
Die Afrikaner, die nach Europa kommen, sind eher nicht aus Südafrika.