Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Sonntag, 29. Juni 2014

Reisefieber aber so richtig

Südamerika der Kontinent meiner kühnen Träume. Das hat aber nichts mit der aktuellen WM zu tun, sondern viel mehr damit, das ich seit ca 2 Jahren immer wieder mit Orten bzw. deren Namen konfrontiert werde, bei Berichten, die ich mir anschaue und anhöre. Dabei geht es um alte Hochkulturen, ihre rätselhafte Herkunft und ihrem ziemlich plötzlichen Verschwinden. Inkas und Mayas sind ja nun allgemein bekannt. Doch wo sind diese Kulturen nur geblieben? Es gibt noch so viele Rätsel , und auf der Suche nach Antworten lande ich halt immer wieder gedanklich in Südamerika.

Genauer gesagt interessieren mich  Bolivien und Mexiko fürs Erste . Okay Bolivien noch ein bisschen mehr. La Paz, die Sonneninsel im Titicacasee und jede Menge anderer Orte , natürlich die Menschen die dort leben, ebenso.  Zum Beispiel die Medizinmänner der Kallawaya, die am Titicacasee an der Grenze von Peru zu Hause sind. Diese Männer heilen mit Kräutern und Ritualen alle Krankheiten. Sie sind der Ansicht, das alle Krankheiten durch Streit in der Familie, mit den Nachbarn oder sonstigen traumatischen Erlebnissen, wie Unfälle oder großes Erschrecken über irgendetwas , entstehen. Und damit steht für mich fest,  wir sind Geschwister im Geiste, weil genau das auch meine Auffassung über die Entstehung von Krankheit ist. Wie schön wäre es, diese weisen Männer, die übrigens ein Teil des Weltkulturerbes laut der UNESCO sind, einmal besuchen zu dürfen.

Hat schon jemand von Euch Reiseerfahrungen in diese Bereiche gemacht? Ich würde mich über ein feedback sehr freuen.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Ihr Auftritt bitte

Puuh ist das eine anstrengende Zeit im Augenblicik Es hakt an allen Ecken und Kanten, im Großen wie im Kleinen. Aber es ist eine gute Zeit  zum Aufräumen, entmisten, von Dingen die wir nicht mehr brauchen, Menschen die nicht mehr in unser Leben passen und Eigenschaften, die uns am vorwärtsgehen im Leben massiv behindern. Im Augenblick spiegelt meine Umwelt mir diese Eigenschaften und ich bin bereit, sie einzutauschen.

Ab Juli fängt astrologisch eine neue Aera an. Für ein Jahr läuft Jupiter durch das Sternzeichen Löwe und das bedeutet, Dein Auftritt bitte. Der Löwe zeigt sich gern, ist stolz und großzügig und Jupiter unterstützt diese Eigenschaften ab dann. Aber Vorsicht, wer glaubt er kann jetzt andere blenden, mit Dingen und Eigenschaften, die er nur scheinbar hat, der täuscht letztendlich nur sich. Das wird nicht funktionieren.

Aber wenn Du schon lange eine neue Idee hast, die darauf wartet geboren zu werden in der Öffentlichkeit, nur heraus damit. Geschichtlich wird diese Zeit sicher auch von Bedeutung. Denn wie die Vergangenheit gezeigt hat, wurden zu diesen Zeiten Regierungssysteme, die nicht mehr funktionieren, abgelöst. Na wir dürfen gespannt sein.

shiva

Dienstag, 24. Juni 2014

Lebenskunst

Das Thema Lebenskünstler und Lebenskunst haben derzeit einen ziemlichen Stellenwert bei dem was ich lese und wonach ich strebe.

Seit einiger Zeit bin ich bei den östlichen Weisen und Gelehrten angelangt und versuche ihre Worte zu vrstehen. Osho begleitet mich mit seiner Lehre ja bereits seit den Achtzigern.  Doch mittlerweile bin ich bei den Vätern von der Osho Generation angelangt. Da ist vor allem der indische Weise Ramana Maharshi. Nachdem ich in vielen Texten von spirituellen Lehrern immer wieder seinen Namen gehört habe, auf den sie sich bezogen, dachte ich, warum nicht gleich zu Quelle des Wissens? Nun hab ich eins seiner Bücher auf dem Tisch liegen und jeden Tag lächelt mich sein weises ein bisschen amüsiert  lächelndes Gesicht vom Buchrücken an, als wollte er sagen, na dann versuch mal meinen Worten zu folgen. Ich wünsch Dir viel Erfolg.

Nicht gerade leichte Kost, aber durchaus inspirierend.  Jetzt habe ich passend dazu ein Buch von Peter Lauster als Hörbuch gefunden, das da heisst "Lebenskunst, der Weg zur inneren Freiheit".  Sich über das Sein und nicht über das Haben zu identifizieren. Lauster bestätigt in diesem Buch meine Erkenntnis, das die Generation, in der ich groß geworden bin, sich nur über das Haben idenifiziert, also über das was andere sehen können. Doch wozu leben wir eigentlich? Damit andere glauben, aufgrund unseres Hauses, Autos, Berufs, Anhäufung von Gütern, könnten sie einschätzen, wie glücklich und toll wir sind?  Wie glücklich macht uns das dann? Offensichtlich nicht all zu glücklich, wie uns die Reichen und Schönen unserer Tage immer wieder vor Augen führen. Und auch in meinem Leben gab es Zeiten, in denen ich merkte, das Geld, was ich habe, und all das was ich mir damit kaufen kann, macht mich keinen Deut glücklicher. Es betäubt meinen Schmerz und das suchen und sehnen danach, endlich nach Hause zu kommen und meinen Platz hier in diesem Leben zu finden, aber nur kurzfristig.

Lauster lehnt sich auch an die östlichen Lehren an, erst bei sich selbst anzukommen, bevor man im außen versucht, sein Glück zu finden. Es passt hervorragend in mein derzeitiges Thema, ist aber natürlich unserer jetzigern Gesellschaftsform viel näher.

Mein derzeitiges Fazit aus all dem was ich lese heisst: Hör auf zu kämpfen und lebe. Das hört sich einfacher an, als es ist. Aber es bringt es auf den Punkt.

amazonen

Dienstag, 17. Juni 2014

Hoffnung

... hat dich in die Welt gebracht.

Sie steckt dahinter, wenn du bleibst, wenn du liebst, wenn du Samen aussäst.

Hoffnung hört niemals auf, selbst wenn du sie aufgibst. Sie fließt wie ein Wasserfall oder schießt empor wie ein Geysir gernau dann, wenn du sie brauchst.

Hoffnung ist ein Aroma für dein Morgenmüsli und um in deinen Kaffee einzurühren; Hoffnungsvitamine stärken dich und sind dein Segen.

Sie ist die Kleider die du trägst, die Sonne, die durch die Blätter scheint, sie sind die Delphine, die trotz des Öls leben, trotz menschlicher Habgier.

Hoffnung schreibt den Roman neu, repariert das undichte Rohr, zieht unsere Kinder groß, besser als wir es können.

Sie ist im Briefkasten, versteckt unsere Rechnungen, mit einer seltenen Briefmarke drauf, von einer, von der du nie erwartet hast, dass sie sich meldet.

Hoffnung springt über den Zaun um dich zu finden, Hoffnung kennt deine Eigenheiten, sie hat dein Leben bereits in drei Sprachen übersetzt: Körper, Geist und Seele.

Hoffnung verabschiedet sich nie, sondern bleibt in deiner Nähe, dichter bei dir als dein Schatten. Sie singt für dich unter der Dusche und streut Rosenblätter auf deinen Weg.

Auszug Katya Saharoff Taylor 2010

federchen

Samstag, 14. Juni 2014

Finden was ist

Das war heute morgen der Rat, den mir eine Karte aus dem Sign-Kartenset von Jwala Gamper gegeben hat.

Ich habe den inneren Impuls, das Weite zu suchen, weil ich Wallungen kriege, wenn ich sehe, was meine Eltern derzeit und auch in den vergangenen Monaten so anstellen. Ich will das hier auch gar nicht näher  beleuchten. Aber was in mir daraus entsteht, ist einfach nur Unverständnis und auch gleichzeitig Verständnis. Die Gradwanderung mich einzumischen und die Führung in die Hand zu nehmen und gleichzeitig die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen zu akzeptieren ist schwer.  Was es nicht einfacher macht, ist , das wir nicht wirklich eine Familie mit inniger Verbundenheit sind. Aber das ist ja keine Seltenheit und damit stehe ich nicht allein auf der Welt.

Trotzdem fühle ich, wie sich aus den Entscheidungen, die die beiden treffen und wieder über den Haufen werfen,  einen Impuls in mir, einzugreifen und Richtlinien zu geben. Aktiver zu werden.

Ruhig zu bleiben, nicht auszuflippen, ist jetzt meine größte Übung. Das scheint sowieso derzeit meine größte Übung zu sein. Auch in anderen Lebensbereichen. Anderen ruhig und deutlich meinen Standpunkt klar zu machen, ohne aggressiv, sprich mit Hilflosigkeit zu reagieren. Das hat diese Woche an anderer Stelle schon Früchte getragen.  Wenn ausweichen nicht mehr hilft, muß man konfrontieren und Stellung zu sich selbst beziehen und zwar möglichst ruhig und friedlich. Uffff ich kann nur um Führung bitten und das tue ich ausdrücklich.

namaste

Freitag, 13. Juni 2014

Honeymoon

 

mondberg

Fotoquelle leider unbekannt

Heute nacht steht die Mondin wieder hoch am Himmel in voller Schönheit und wird Honeymoon genannt, wie ich gerade bei Newslichter nachlesen konnte. Der Junivollmond soll die ausgiebigste Honigernte hervorbringen. Und auch ansonsten sind die Vollmondnächte in warmen Sommernächten  durchaus reizvoll.

Gleichzeitig haben wir Freitag, den Dreizehnten und bei abergläubischen Menschen stehen bestimmt die Haare zu Berge. Doch keine Angst, die Zahl 13 ist eigentlich eine große und heilige Zahl und bringt alles andere als Unglück

Aus spiritueller Sicht trägt die 13 sanfte Energien der Liebe und steht für das Wasser und die Weisheit.  Kreativität, Sanftmut und Zartheit, Reinigung und Klärung sowie mütterlicher Schutz sind die Schwingungen der 13. Ebenso geht es um die Aufgabe des alten Selbst- bzw. auch Weltbildes. Das passt doch wunderbar zu einem Vollmond.

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Tag, auch wenn ihr vielleicht ein bisschen weniger geschlafen habt. Morgen ist Wochenende, da kann man dann wieder länger schlafen. Ich schreib jetzt noch ein bisschen an meinem Buch. Das fällt mir sowieso in den frühesten Morgenstunden am leichtesten.

Donnerstag, 12. Juni 2014

WM Fieber - ich hab jetzt schon keine Lust mehr

Ich finde es wird jedes Mal schlimmer. Diese Wochen davor. Du machst das Radio oder den Fernseher an und wirst mit dem neuesten Klatsch und Tratsch rund um das Ergeignis des Jahres, die Fußball WM in Brazil zugeballert. Okay das Einzige, was mir daran gefällt, ist das Land an sich. Gibt es eine fußballfreie Zone auf diesem Planeten?

Rund herum erscheinen Deutschland- und Brazilfahnen an den Häusern. Meine Nachbarin hat gestern abend ihr Auto mit Fähnchen und Ohrenschützern für die Außenspiegel in Landestracht geschmückt. Gruselig.

Als ich zum Zumbatraining eintreffe, werfe ich einen Blick in den überaus vollen Kofferraum in dem meine Freundin kopfüber verschwunden ist. Und was sehe ich? Rischtisch Fähnchen in allen möglichen Formen und Farben. Leute ich kann nicht mehr. Wozu die Aufregung? Soweit ich das verstanden habe, hat unsere zusammengewürfelte Nationalelf nullkommanull Chancen auf den Titel. Als stellt doch bitte diesen Hype ab. Ach das geht nicht, weil alle von den Medien derart eingeschworen wurden und eine ganze Industrie jetzt vom Umsatz leben will und sich dicke Gewinne erhofft?  Na dann ist ja alles wie immer.

FussballVermarktung_big_Nein_danke_patch

Den Aufnäher gibts hier http://www.patches.cc/Fussball-Diverse-ANTI-Aufnaeher-Totale-Fussball-Vermarktung-Esel-Geldscheisser-Nein-Danke-Aufnaeher-Patch/a40522877_u8786/

Nur für den Fall, daß es Euch auch nervt.

Und das noch zum Schluß

normal_fussball-nein-danke

Dienstag, 10. Juni 2014

Schlimmes Unwetter in NRW

Gestern abend gab es einer der schlimmsten Unwetter in NRW. Eine bedrohliche Wolkenfront mit einem orkanartigen Sturm im Gepäck fegte über unsere Köpfe. Zelte, Pavillions, Äste, Bäume, alles mögliche flog davon und landete an anderer Stelle krachend wieder .

Ich war ein bisshen eingeschlafen und als ich aufwachte hatte ich einen Sturm mitten in meiner Wohnung. Natürlich hatte ich alle Fenster und die Balkontür auf, damit die Abendluft ein wenig Abkühlung in meine Wohnung bringen konnte. Doch nun stand ich im Flur meiner Wohnung und ein kräftiger Luftzug wirbelte um mich herum. Ich wusste gar nicht welches Fenster ich zuerst schließen sollte. Blitze zuckten im Sekundentakt über den Himmel und die Bäume und Sträucher bogen sich bis auf den Boden. Das war der zweitschlimmste Gewittersturm, den ich in meinem Leben erlebt habe. Am schlimmsten hat es rund um die Kraftwerke getobt. Nun es ist ja inzwischen allgemein bekannt, das die starke Wolkenbildung der Kraftwerke bei einem drohenden Unwetter die Stärke ziemlich beeinflussen. Und wenn die Windrichtung schlecht ist, und aus Richtung eines Kraftwerks über uns hinweg zieht, dann siehts richtig böse aus. Aber die Betreiber der Kraftwerke dementieren das natürlich. Nur kann man es ganz schlicht  beobachten und nachvollziehen.  Die komplette Bahnstrecke der Deutschen Bahn im Raum NRW liegt lahm, weil auf allen möglichen Streckenabschnitten Bäume auf den Gleisen lagen. Ausserdem kam es zu  mehrstündigen Stromausfällen, bei uns allerdings direkt nicht. Auf facebook haben einige gepostet, was sie gerade erlebt haben und viele hatten berechtigerweise ganz schön Angst.

Wollen wir hoffen, das es heute nicht so schlimm wird wie gestern. Denn heute soll es auch noch mal Gewitter geben.

Sonntag, 8. Juni 2014

Urlaubsausklang

Heute ist der vorletzte Tag vnn meinem ziemlich langen Haupturlaub. Ich hatte ihn dringend nötig. Das merke ich immer daran, wie lange es dauert, bis sich mein Körper und Geist völlig  entspannen können. Es hat ziemlich lange gedauert. Auch ein Zeichen dafür, das ich mich noch mehr um meinen Allgemeinzustand kümmern muß. Mein Geist hat sich erst nach 2 Wochen richtig entspannt und meine Kreativität wieder nach vorne gelassen. Mir sind wieder einige gute Ideen gekommen, die ich näher verfolgen möchte. Im Moment ist aber nicht der richtige Zeitpunkt neue Projekte zu beginnen, weil ab heute Merkur mal wieder rückwärts läuft, für fast einen Monat. Jetzt kommen alte Sachen auf den Tisch, die noch nicht ganz zu Ende gebracht wurden.

Dank der EZB (europäische Zentralbank) wurde nun ja der Leitzins noch mal schön gesenkt und das wird mit Sicherheit Auswirkungen auf meinen derzeitigen Job haben.  Ich bin schon gespannt, was jetzt von seiten des Konzern für Jammertiraden kommen werden.

Natürlich hat es darüber hinaus für uns alle Auswirkungen. Für alle, die sich für eine private Altersvorsorge entschieden haben und nun kurz vor der Auszahlung stehen. Die werden dank dieser nochmaligen Zinssenkung reichlich abgezockt,

In Spanien leiden die Menschen unter dem Euro und dessen strengen Auflagen noch mehr als wir zum Beispiel. Alles ist unverhältnismäßig teuer geworden, aber die Spanier verdienen im Schnitt so um die 1.100 Euro im Monat!  Und die Auflagen, die sie dank EU Richtlinien erfüllen müssen, daß war wohl der Bonus fürs geliehene Geld, geht auch noch mal über das, was wir hier so an Bevormundung erleben, hinaus. Es ist unerträglich, echt.

Ich frag mich, wie es dann erst in den osteuropäischen Staaten zugeht, die ja noch wesentlich ärmer sind, als die Spanier. Für mich ist die EU eine menschenverachtende, gierige Kröte, die alles verschlingen will. So gehts nicht. Und keiner will es, bis auf die, die davon partizipieren, und das ist die USA und eine handvoll Europäer.

Ja ich bin immer noch kritisch und werd es auch bleiben.

Wie war das bei den Lebensweisheiten in meinem blog Göttinnentempel:  Sei offen für neues, aber verrate Deine eigenen Werte nicht. Das ist das Credo aus meinem langen Urlaub.  Der übrigens sehr sehr schön war. Und jetzt ist ja auch gerade richtig Sommerwetter.

Schöne Pfingsten Euch allen da draußen

sommer

Mittwoch, 4. Juni 2014

Das Leben das ich selbst erwählte

Das Leben, das ich selbst gewählt

Ehe ich in dieses Erdenleben kam,
ward mir gezeigt, wie ich es leben würde:
Da war Kümmernis, da war Gram,
da war Elend und Leidensbürde.
Da war Laster, das mich packen sollte,
da war Irrtum, der gefangen nahm,
da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
da waren Hass und Hochmut, Stolz und Scham.

Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind,
wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage
und überall der Quell der Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden
als Auserwählter hoher Geister denkt.

Mir war gezeigt das Schlechte und das Gute,
mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde, draus ich blute,
mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute,
da hört' ein Wesen ich die Frage tun,
ob ich dies zu leben mich getraue,
denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme -„Dies ist das Leben, das ich leben will!"
gab ich zur Antwort mit entschloss'ner Stimme
und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward ich geboren in diese Welt,
so wars, als ich ins neue Leben trat.
Ich klage nicht, wenn's oft mir nicht gefällt,
denn ungeboren hab' ich es bejaht.

~ Hermann Hesse

Menorca 2014 048