Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Sonntag, 18. Oktober 2015

Die Sache mit der Angst

Angst ist ein Wort, das ich immer öfter höre, aber auch selber fühle. Veränderungen machen den Menschen immer Angst. Wir haben ein natürliches Bedürfnis nach Sicherheit und einer gewissen Kontrollierbarkeit unseres täglichen Lebens. In Westeuropa ist uns dieses Gefühl seit Jahrzehnten vertraut, wir fühlen uns sicher und gut aufgehoben. Stimmt soweit. Aber natürlich hat das auch seinen Preis. Wir haben verlernt, Verantwortung für unser Leben und unser Denken zu übernehmen. Die Meisten auf jeden Fall. Sie wählen seit Jahrzehnten das "kleinere Übel", ergeben sich in Umstände, die ihnen nicht wirklich gefallen, weil ja alles seinen Preis hat und zucken die Achseln mit dem Ausspruch, was soll man denn machen, wenn die da oben das wollen. In so einer Familie bin ich auch aufgewachsen. Gut bürgerlich, nicht auffallen, immer die Nachbarn im Blick, was die wohl von uns denken. Wie oft hab ich von meiner Mutter gehört, wenn ich ein kleines bisschen aus der Reihe getanzt bin, "was sollen den die Leute von uns denken." Ja und jetzt kriegen alle es mit der Angst zu tun, weil die Wirtschaft doch nicht unendlich wachsen kann, und wir unsere Verantwortung Menschen in die Hand gelegt haben, die nicht auf unser Wohl, sondern ausschließlich auf das Wohl der Wirtschaft, und das um jeden Preis, geachtet haben. Weil wir immer weg gehört und weg geschaut haben, wenn von Krieg und Flüchtlingen die Rede war. Alles so weit weg. Und jetzt verdammt nah. Und da sind ja auch noch andere Dinge, die in unserem Namen getan werden. Ich verstehe nicht, wie alle sich Sorgen machen, aber gleichzeitig sich jeder duckt, wenn er mal was gesagt hat, was kritisch ist und sofort eins drüber kriegt, weil er nicht so denkt, wie es gerade gewünscht ist. Jeder erwachsene Mensch weiß, das es im Winter bei uns durchgehend kalt und feucht ist. Das nicht erfüllte Erwartungen zu Frust führen und das es nicht hilfreich ist, nach jedem Strohhalm zu greifen, nur damit für einen kleinen Augenblick die Lage sich vielleicht entspannt. Aber ich schweife ab. Was man gegen die Angst tun kann? Lernen selber zu entscheiden, was für mich gut ist. Sein Leben selbst in die Hand nehmen. Sich mit seiner Familie abzustimmen und etwas zu tun. Dann geht die Angst weg. Weil die Starre verschwindet.
Eine Rüblitorte, die erste selbstgebackene, versüsst das Wochenende und einen sehr entspannenden Buchtipp hab ich auch noch für alle die immer meinen, daß sie irgendwas noch machen müssen. Der neue Roman von Tommy Jaud " Einen Scheiß muß ich" lustig und sehr entspannend.

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