Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Sonntag, 14. August 2016

Träume ausprobieren dürfen

Ich liebe Bücher, schon immer. Mir ging es als kleines Mädchen gar nicht schnell genug, selber lesen zu lernen. Jeden Morgen hab ich mir die Tageszeitung vom Küchentisch gegriffen, und versucht, darin zu lesen. Deutsch war von Schulbeginn an mein Lieblingsfach. Meine Märchenbücher waren sehr zerlesen, und die Zahl meiner Bücher wuchs schnell ins Unermessliche.

Ich liebe Buchläden, darin zu stöbern, mich darin aufzuhalten, in die Bücher hineinzulesen. All diese Geschichten, die in so einem Laden darauf warten, von mir gelesen zu werden und mich mitzunehmen in ihre Wirklichkeit. Irgendwann hatte ich auch den Wunsch, einen eigenen kleinen Buchladen haben zu können. Ich stellte es mir toll vor, den ganzen Tag mit Büchern beschäftigt zu sein.

Vor 2 Wochen las ich dann eine kleine Stellenanzeige, ein Buchladen in der Nähe sucht eine Buchliebhaberin für 3 mal in der Woche nachmittags.

Das hat mich gereizt und ich bin hingefahren, in den Laden gegangen und hab mich dort umgesehen. Der kleine Laden gefiel mir. Also fragte ich die Ladenbesitzerin, ob sie immer noch jemanden suche für nachmittags, ich hätte ihre Anzeige gelesen. Die Stelle ist noch frei, sagte sie, ich habe noch nicht die Richtige gefunden.

Jetzt arbeite ich in diesem Buchladen als Buchliebhaberin. Ich finde es so schön, das ich wieder einen Wunsch in meine Lebensrealität holen und erfüllen kann. Und der Stundenlohn ist auch sehr erfreulich. Wenn ich bedenke, das ich für meine Arbeit mit den Kindern nur den Mindestlohn von 8,50 € bekommen habe, und jetzt doch einiges mehr. Eigentlich unglaublich, das diese Verantwortung und auch diese Belastung so gering honoriert wird. Natürlich ist das auch in anderen Pflegeberufen so. Für mich nicht nachvollziehbar, mit alten oder kranken Menschen oder eben auch Kindern jeden Tag präsent zu sein, bedeutet volle Aufmerksamkeit, Hingabe und Liebe zu jedem Einzelnen. Meiner Meinung nach sollte das höher dotiert werden, als irgend ein anderer Job.

Meine Stelle mit den Kindern musste ich leider aufgeben, weil ich mich ständig ansteckte und dauererkältet war und mein Immunsystem dermaßen in den Keller gefahren war, das ich wirklich 3 Wochen krank war und mein Arzt mir keine Hoffnung gemacht hat, das sich das so schnell ändern würde. Das geht nicht, ich habs eingesehen, auch wenn mir die Trennung von den liebgewordenen Kindern sehr schwer gefallen ist.

Aber wie gesagt, jetzt bin ich beruflich Buchliebhaberin. Buchtipps werden möglicherweise jetzt öfter hier nachzulesen sein.

Kommentare:

seelenruhig hat gesagt…

Einige Zeit war ich nicht hier - so wenige Zeit zum Surfen... und les mich durch deine Posts. Wie schön! Die Arbeit im Buchladen!! Wenn man Augen und Herz offen hat, kommen die Dinge zu einem. Mir geht es momentan auch so... neue Wege tun sich auf und das ist ein ganz erfrischendes Gefühl. Es pustet so viel Alltagsstaub aus dem Hirn!
liebe Grüße und eine schöne Reise!!!
Ellen

Anita hat gesagt…

Ist das nicht schön Ellen? Man darf so viel ausprobieren und spüren, ob das Neue zu einem passt. Vieles sehe ich jetzt wieder mit ganz anderen Augen. Ja und die Reise, ich freue mich so, sie rückt immer näher, eines meiner Highlights dieses Jahr.
Liebe Grüße an den Bodensee.
Anita