Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Sonntag, 25. September 2016

Gehirntraining, Gelerntes umsetzen

Gestern war ich bei meiner Mutter. Sie beklagt sich, das sie immer mehr vergisst. Ihr fehlen die Worte sozusagen.

Ich weiß aber, das sie die Worte noch kennt, nur ihr Gehirn ist sehr bequem geworden. Sie hat es sich immer gemütlich gemacht in ihrem Kopf. Das interessiert mich nicht, das muß ich nicht wissen.

Mit ihr am Geldautomaten Geld abzuholen, ist ein Geduldsspiel für mich. Sie fängt an, dann schaut sie mich an, ich soll weitermachen. Sich zu konzentrieren, fällt ihr schwer, weil sie es schon lange nicht mehr nötig hat. Und sie ist darin immer von meinem Vater unterstützt worden. Das musst du nicht wissen, du bist eine Frau. Genau so wollte er es ja mit meiner Schulbildung auch halten.

Also haben wir gestern Gehirntraining gespielt. ABC Listen zu einem Thema erstellen. Auf einem Blatt das ABC untereinandergeschrieben auf der ganz linken Seite und da ging es schon los. Das ABC war gar nicht mehr so präsent bei ihr, weil ewig nicht mehr abgefragt. Okay, das war dann gemeistert.

Zu jedem Buchstabe ein Blumenname. Das ging einigermaßen. Sie mag Blumen sehr gern. Dann zu jedem Buchstaben ein Tier. Das ging auch ganz gut. Zu jedem Buchstaben einen Baum und dann auf ihren Wunsch hin, zu jedem Buchstaben ein Gewürz. Wir haben eine Stunde gespielt und es wurde besser. Sie hat sich konzentriert und ich habe gemerkt, das sie teilweise nur ein bisschen zu bequem war, wirklich nachzudenken. Als ich ihr auf die Sprünge half, kamen jede Menge Begriffe dabei heraus.

Natürlich klappt es am Besten, wenn man am Anfang mit Begriffen arbeitet, die geliebt werden. Mir hat es übrigens auch Spaß gemacht.

Das machen wir jetzt einmal die Woche zusammen. Auch im Urlaub, wenn wir nix zu tun haben sollten. Außerdem fördert es die Rechtschreibung. Weil sie sich darüber auch immer beklagt. Sie weiß nicht, wie es geschrieben wird. Sie weiß es erstaunlicherweise schon.

Außerdem wird wieder mehr gelesen, also Bücher, keine Zeitschriften. Ich wette, daß sie in ein paar Wochen den Geldautomaten beherrschen wird, weil das Gehirn wieder neue Wege baut.

Sie möchte unbedingt ein Smartphone haben. Da ich gerade ein neues bekommen habe, hab ich mein altes in Aussicht gestellt. Aber erst muß das mit dem Geldautomaten besser werden. Tja wir haben die Rollen getauscht.



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