Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Dienstag, 1. November 2016

Aussähen die Saat des Wissens der Ahnen

Eine Reise durch die Anderswelt

Ich legte mich schlafen
Es war die Nacht vor Samhain
Dort lag der Anfang dieser Reise
Von der ich euch berichten mag

Ich spürte die Hand der Göttin
die mich berührte, die mich zu ihr zog
Ihre Stimme rief mich leise:
„Begleite mich auf eine Reise“

„Unser Weg führt in die andere Welt
Zu deinen Ahnen die dich rufen
Durchschreiten du mußt das Tor
Das führt ins Reich Toten“

Ohne Zögern, ohne Zaudern
Begab ich mich voll Vertrauen
In der Göttin Hände
Die mein Schicksal bestimmen mag

So verließ ich mein Heim
Dichter Nebel verhüllte das Land
Erreichte ich das Tor
Das zu durchqueren mir beschieden war

Raben umflogen die Pforte
Die wie ein Totenschädel aussah
Daraus schritt hervor
Die Göttin Morrigan

Ihr Anblick war wunderschön
Voll Würde und Stolz war ihr Gesicht
Sie sprach: „Lass uns aufbrechen
Denn gekommen ist der rechte Augenblick“

„Die Schleier der Zeit sind aufgehoben
Den sie ist an Samhain nicht existent
Zerbrochen ist die Mauer
Die Diesseits und Jenseits trennt“

Ich blicke in einen dunklen Tunnel
Der Boden von Nebel bedeckt
Langsam ging ich Schritt für Schritt
Die Göttin an meiner Seite

Die Dunkelheit lichtet sich
Je näher wir zum Ende kamen
In Schleier Nebelschwaden zieh’n
Was mich wohl dahinter erwarten mag?

Da hörte ich des Flusses Rauschen
Die Göttin blickte mich an
„Dies ist der Fluß der trennt
Das Reich der Lebenden und der Toten“

Wir durchschritten den Nebel
Der über dem Fluß sein Bahnen zog
Meinen Augen traute ich kaum
Was ich am anderen Ufer zu sehen bekam

Ich erblickte schöne Hügel
Berge und Täler von Wald bedeckt
Vögel gleiten durch die Luft
Voller Anmut Wild zieht übers Land

Tosend stürzt ein Wasserfall ins Tal
Von dem Plateau auf dem wir standen
benetzt den Berg mit glänzendem Nass
Regenbogen schimmern im feinen Nebel gar

Ich sah Blumen die nie verblüh’n
Bäume die ewig grün
Vögel singen voll Harmonie
Des Waldes Duft erfüllt die Luft

Bäume alt und mächtig
Wie ich sie noch nie sah
Ein Wald voller Magie
Ich spürte das ich angekommen war

Morrigan wies auf einen Pfad
Der sich den Berg hinunter windet
„Dieser Weg wird uns führen
Zum Dorf deiner Ahnen“

Wir machten uns auf den Weg
Voll Faszination ich sah
Hellgrün das Licht der Sonne schimmern
Durch des Waldes Blätterdach

Ich sah eine Falken über den Bäumen gleiten
Eine Bärin mit ihren Jungen
Einen Hirsch stolz und prächtig
Wildschweine streifen durch den Wald

So erreichten wir unser Ziel
Viele Menschen erfüllten das Dorf
Hunde spielten zwischen den Häusern
Reges treiben herrscht überall

Mitten in des Dorfes Zentrum
Wartete eine alte Frau
Des Stammes Älteste sie war
Gekommen uns zu empfangen

„Ich bringe euch euren Gast“ sprach Morrigan
“Aus der Welt neben der Euren
Achtet mir gut auf ihn
Solange er bei euch ist“

„Ich lasse dich jetzt in der Obhut derer
Die dir Vorausgegangen sind
Abholen werde ich dich wieder
Wenn die Nacht von Samhain vorüber ist“

In einen Raben verwandelt sich die Göttin
Grünlich schimmert ihr schwarzes Federkleid
Auf großen Schwingen hob sich in die Luft
Flog in die Weite der Anderswelt hinein

Die Stammes Älteste hieß mich willkommen
Meinen Dank sprach ich ihr aus
Für die Einladung zu kommen
Mit meinen Ahnen Samhain zu feiern

Sie führte mich an den Ort des Festes
Die Dämmerung brach herein
Die Sterne zeigten sich am Firmament
Im Kreise des heiligen Hains

Im Kreise des Hains ich sah
Eiche, Eibe, Birke stehen
Weide, Buche, Hasel auch
Sowie Ginster, Schlehe, Hollerstrauch

Zusammen kommen meine Ahnen nun
Die Göttin hier zu ehren
Um Zwiesprache mit ihr zu halten
Was wohl das kommende Jahr bringen mag

Vollends die Nacht nun ist hereingebrochen
Der volle Mond steigt hoch am Horizont
Hell scheint er in den Hain
Zeigt das das Ritual beginnen kann

Da sprach des Stammes Älteste zu mir
„Du bist gefolgt unserem Ruf
Und jetzt Gast bei uns im Hain
So rufe du, die Göttin nun herbei“

So steh’ ich mitten unter meinen Ahnen
Drehe mich im Kreis
Jedem schau ich ins Gesicht
Stummen Dank in meinen Augen

Ich hebe die Arme in die Luft
Schaue auf den vollen Mond
Hebe meine Stimme
Zu grüßen die Göttin Morrigan

„Ich rufe dich große Mutter Morrigan
Du bist die Eine die Viele ist
Du bist das Ende und der Anfang
Du bist die Dunkelheit und das Licht“

„Du bist der Tod und das Leben
Du bist der Winter und der Sommer
Auch wenn die Spirale der Zeit nun still steht
Ist dies doch deine Zeit“

„Du hast mich hierher geführt
Zu meinen Ahnen, ich danke dir dafür
Komme zu unserem heiligen Ritual
Dir zu ehren feiern wir hier“

Da erschien die Göttin in Gestalt des Raben
Wandelt sich in Menschengestallt
Zu hören was die Menschen sagen
Feiert mit uns Samhain

Zu fortgeschrittener Stunde
Der Lauf des Mondes fast vollendet
Sprach die Göttin zu mir:
„Des Rückkehrs Augenblick ist bald da“

„Wenn du eine Frage an uns hast,
so stelle sie jetzt
antworten werden wir dir“
sprach des Stammes Älteste zu mir

„Die Frage welche mich beschäftigt
Kommen ich ins dieses Dorf
Wenn meine Zeit gekommen ist
In der Anderen Welt, an diesen heiligen Ort?“

Die Stammes Älteste schaute zur Göttin
Sie antwortet mir:
„Den Weg zu finden in die Andere Welt
Dies liegt allein bei dir“

„Wir werden hier sein, auf dich warten
Und dich empfangen
Wenn deine Zeit gekommen ist.“
So sprach die Älteste zu mir

„Oh Ahnen bekannt und unbekannt
Ihr habt mich geformt
Mütter, Lehrer, Führer meiner Wege
die ich beschreiten soll oder nicht“

„Sagt mir wie kann ich euch danken
Für all das was ihr habt getan für mich
Wie kann ich euch Ehre erweisen,
Was kann ich tun?“

So sprach die Älteste des Stammes
„Zeitlos sind die Götter
Wandeln durch die Welten
Sie werden da sein, für jene die sie brauchen“

„Um die Götter zu erreichen
Müssen jedoch jene die euch folgen
Wissen wer die Götter sind
Was sie wieder sein können in eurer Welt“

„Dies ist die Aufgabe die es zu erfüllen gilt
Für dich und jene die dem Pfad der Götter folgen
Aussähen die Saat des Wissen
Um unseren Glauben, der auch euer Glaube ist.

So war der Zeitpunkt des Abschieds nun gekommen.
Das Herz wurde mir schwer.
Doch meine Zeit wird noch kommen
Zurückzukehren an diesen heiligen Ort.

„Große Mutter Morrigan
Ich danke dir für diese Reise
Durch die Anderswelt
Von ganzem Herzen danke ich dir“

So erwachte ich aus meine Schlaf
Noch betrunken war ich vom Traum
Der volle Mond hinter Nebelschleier war verborgen
Es herrschte stille im dunklen Raum



Eine Kerze auf der Fensterbank
Spendet etwas Licht
Doch kann ich es nicht glauben
Das dies nur ein Traum gewesen ist

So bin nun am Ende meiner Reise
Zu urteilen überlasse ich es euch
Ob es war die Wirklichkeit
Oder eben nur ein Traum.

© 2010 Tyrion MacCrann

Keine Kommentare: