Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Dienstag, 26. Juni 2018

Mitten im Wald

Ich habe es völlig falsch eingeordnet, mitten im Wald zu leben. Hier ist die Luft viel feuchter und nachts wird es ganz schön kühl durch all die Bäume, die ihren Atem in die Luft abgeben. Mein Hund und ich schlafen hier tief und fest und werden morgens von einem unglaublichen Konzert der zahlreichen Vögel geweckt. Zu meiner Wohnung führt ein versteckter Weg, den man von der Straße aus kaum sieht. Trotzdem schafft es der Postbote und auch der Paketbote jeden Tag bis hierher. Das Internet ist ziemlich schwach hier, aber das zeugt ja nur davon, das man von zu viel Strahlung relativ gut geschützt ist. Ich fühle mich hier wie dauerhaft in Urlaub. Gestern Abend bei der Abendrunde lag ein Duft von frisch gemähtem Heu in der Luft, was zum Trocknen noch auf der Wiese liegt. Das alles empfinde ich als ein sehr großes Geschenk und kann gar nicht sagen, wie dankbar ich dafür bin.

Ich habe mich während des Umzugs von einer Menge Sachen getrennt, die ich sowieso schon lange nicht mehr benötigt habe, die aber als Altlasten im Keller standen. Es war so befreiend, all das wegzugeben. Ich hatte alles für den Sperrmüll an die Straße gestellt und man kann sich gar nicht vorstellen, wie schnell vieles davon verschwand, bevor es auf dem Sperrmüll landen konnte. Das hat mich sehr gefreut. Nachbarn haben mich einige Male gefragt, warum ich die Sachen denn nicht verkaufen wollte, dafür könne man doch Geld bekommen. Ich hab ihnen erlaubt, sich zu nehmen was sie möchten und es meinetwegen auch zu verkaufen. Da sind sie schon losgerannt, das Dollarzeichen in den Augen.

Vielleicht fehlt mir das Gen, aus allem Geld machen zu wollen. Wie auch immer. Ausser um die Bücher, die ich aus Platzgründen aussortieren musste, tut es mir um nichts leid.

Mein Blick aus dem Fenster mit riesigen Hortensienbüschen in allen Farben davor.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sind Sie denn glücklich dort?
Christine

Anita hat gesagt…

Absolut liebe Christine. Ich habe mir immer gewünscht, so wohnen zu können. Und ich hätte es nicht besser treffen können. Alles eine Sache des Eingewöhnens. Es ist halt alles ein bisschen anders, als in der Stadt. Aber ich habe schon einen ziemlich hohen Komfort und einen wunderbaren Aussenbereich, den ich jetzt bei dem schönen Wetter nutzen kann.
LG Anita