Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Freitag, 28. September 2018

Donnerstag, 27. September 2018

Nimm s nicht so persönlich


Tue ich aber. Leider immer noch. Ich bin sehr verletzlich, obwohl ich schon über ein halbes Jahrhundert gerne anders wäre. Aber wenn ich das Gefühl habe, jemand mag mich nicht, oder lehnt mich ab, habe ich daran sehr zu knabbern. Das ist nicht gut, denn man macht viel zu viele Kompromisse, macht sich viel zu viele Gedanken. Dabei sind die anderen Menschen sich noch nicht einmal dessen bewusst, das ich mich durch ihre Oberflächlichkeit abgelehnt fühle.


Ein dickes Fell werde ich wohl in diesem Leben keines mehr bekommen. Dafür habe ich aber unendlich feine Antennen und spüre, was in meinem Gegenüber vorgeht. Vielleicht kann man nicht alles haben.


Mittwoch, 26. September 2018

Gedanke an Besitzer mit Problempferden

Dies wird ein spezieller Blogartikel nur für Pferdeleute, sprich Frauen und Mädchen mit sogenannten Problempferden.

Vorab gesagt, ich war selber Besitzerin eines solchen Pferdes. Die Probleme wurden durch Reiter, auch durch mich herbeigeführt, weil es vor 30 Jahren noch nicht so viele gute Lektüre, Videos und Trainer gab, die Reiter und Pferd auf den richtigen Weg zurück halfen.

Daher hat man früher als Bereiter/in auf diesen Pferden hartes Geld verdient, in dem man das Pferd mit mehr oder weniger harter Gangart wieder in die Spur bringen wollte. Bei manchen Pferden ist es gelungen, bei anderen eben nicht. Die Methoden waren die gleichen. Der Bereiter war sattelfester, hatte mehr Kraft das Pferd zu zwingen und hat sich auch nicht gescheut, mal kräftig mit den Sporen ins Pferd zu bohren oder in ordentlich mit der Gerte zu traktieren. Diese Zeiten sind heute in den meisten Fällen vorbei. Es gibt sehr viele andere gute Wege, das Pferd wieder zum kooperativen Partner zu machen. Und, das Pferd ist und bleibt ein Spiegel des Reiters. Bist Du schlecht drauf und genervt und hast eigentlich keine Lust und Zeit zum Pferd zu gehen, bleib zu Hause. Du wirst an diesem Tag keinen Schritt vorwärts kommen. Das Pferd hat sowieso keinen Bock auf Dich in dem Zustand und Dein Frustlevel steigt weiter an. Wenn das bei Dir ein Dauerzustand ist, warum auch immer, gib das Pferd ab. Es hat was besseres verdient als Dich.

Worauf ich eigentlich hinaus will, ist, das heute sehr viele Reitbeteiligungen angeboten werden, an Pferden, mit denen die Besitzer selber nicht zurecht kommen. Sie suchen dann auf gut deutsch, einen Bereiter/in , der auch noch jeden Monat Geld dafür zahlen soll, das sie ein verkorkstes Pferd Korrektur reiten. Wer sich als Reitbeteiligung darauf einlässt, ist selber Schuld und hat zuviel Eifer und ist sich seines Wertes nicht bewusst. Wenn ich jemanden Zeit und Wissen zur Verfügung stelle, um sein Pferd zu betreuen und auszubilden, kostet das Geld, in der Regel zwischen 30 und 80 Euro die Stunde. Alles andere ist schlichtweg lächerlich.

Warum ich das heute anspreche? Weil ich dauernd solche Anzeigen lese. Es wird umschrieben mit, das Pferd hat Charakter, oder Du solltest reiten können und Dich auch durchsetzen, kein Anfängerpferd. Aha. Ich möchte in solchen Fällen gern zurückschreiben, investiere zunächst mal Zeit und Wissen in Dein Pferd, in Deine Haltung, wenn Du zum Pferd gehst und wenn Dein Pferd dann wieder bereit ist, geritten zu werden, auf einer fairen Basis, schalte noch einmal eine Anzeige, falls es dann überhaupt noch nötig ist. Wie gesagt, ich hatte selbst so ein Pferd, habe einiges an Geld für Korrektur an meinen Reitkünsten und an der Durchlässigkeit des Pferdes ausgegeben und habe viel probiert. Damals schon habe ich mehr Zeit mit Bodenarbeit verbracht, als im Sattel. Und es hat sich ausgezahlt.

Danke fürs lesen und grüß Dein Pferd von mir.





Montag, 24. September 2018

Anlässlich des Hambacher Forst


Wenn der Wald stirbt

Wenn der Wald stirbt,
schweigen die Tiere.
Sie können nicht klagen,
sich auch nicht wehren,
Asphalt und Beton
sind stärker als sie.

Wenn der Wald stirbt,
weinen die Vögel.
Sie können nicht singen
nicht im Lenz jubilieren,
in kahlen Zweigen
gibt es kein Nest

Wenn der Wald stirbt,
erschrecken die Menschen;
sie könnten schreien,
doch es hört keiner mehr,
denn ohne Wälder
stirbt auch das Leben.

Wildgooseman

Quelle: https://wildgooseman.blogspot.com/2018/04/wenn-der-wald-stirbt.html



Freitag, 21. September 2018

Ausgeglichen sein, kein Spielball der Hormone bleiben

Jede Frau kennt diese Tage. Die Hormone sind aus dem Gleichgewicht und dann ist es die Psyche auch. Man mag sich selber nicht und der Familie oder den Menschen, die im unmittelbaren Umfeld sind, geht man mit seiner Laune auch mächtig auf den Zeiger.

Das beginnt, in der Pubertät und dann wird es langsam wieder besser, bis, ja bis die nächste Hormonschräglage massiv zuschlägt. Spätestens in den Wechseljahren.

Oft war ich Spielball meiner unberechenbaren Hormone. Mir ging es ziemlich oft nicht gut, ohne offensichtlichen Grund. Es gab viele Probleme mit Myomen und Zysten.

Und dann kamen die Wechseljahre und ich war zeitweise ziemlich depressiv, ohne Antrieb und mit allen Begleiterscheinungen, wie Hitzewallungen, Gewichtszunahme und und und.


Ich habe es mit pflanzlichen Medikamenten und mit Homöopathie versucht. Ein bisschen hat es geholfen, aber nie gab es einen echten langfristigen Erfolg. Eine Hormonbehandlung mit chemischen Hormonen waren für mich nie eine Alternative. Zu schlecht war die Prognose für die langfristige Einnahme in Bezug auf Brustkrebs. Meine Mutter ist übrigens eine von den Frauen, denen es passiert ist. Im Alter von knapp 80 Jahren. Zum Glück geht es ihr jetzt wieder sehr gut. Ich habe sie begleitet und beraten und über alle Behandlungsmethoden zusammen mit einem sehr verständigen Arzt in der Uniklinik Köln aufgeklärt. Wir konnten für sie eine gute Lösung finden.


Und dann vor 2 Jahren las ich das Buch von Sabrina Fox über die Wechseljahre. Sie schrieb über eine Behandlung mit naturidentischen Hormonen und wie gut es ihr geholfen hat. Ich fing an zu googeln und fand eine Firma, die eine Creme, genauer gesagt eine hochwertige Yamscreme, die auch noch spagyrisch veredelt wird, hier in Deutschland vertreibt und wir telefonierten zusammen.

3 Tage später war die Creme da, und ich begann mich damit jeden Tag einzureiben. Und nach 4 oder 5 Tagen war ich morgens das erste Mal wieder ausgeglichen und gut gelaunt. Und es wurde mit jeder Woche besser und besser. Nun benutze ich diese Creme seit ca . 2 Jahren und es gibt Zeiten, da brauche ich sie gar nicht und vergesse, mich morgens damit einzureiben. Ich bin ausgeglichen, weil meine Hormone ausgeglichen sind und ich habe wieder so viel Lebensfreude und Antrieb bekommen, das ich gerne etwas davon mit anderen Frauen teilen möchte.

Deshalb fahre ich morgen auf ein Seminar dieser Firma. Weil ich gerne diese gute Botschaft und die Produkte dieser Firma in die Welt tragen möchte. Weil ich der Meinung bin, das jede Frau es verdient hat, ausgeglichen und lebensfroh zu sein. Ich habe jetzt die Zeit und die Energie, mich einer neuer Aufgabe zu widmen. Und das möchte ich tun und zwar jetzt.

Ich hätte mich nie wieder auf ein Pferd gesetzt, wenn ich mich nicht so fit fühlen würde, wie ich es jetzt tue. Vor 3 oder 4 Jahren habe ich mich alt gefühlt, und das mit 55 Jahren. Für all diese gute Energie bin ich so dankbar, jeden Tag und ich denke, das kann man auch in meinem Blog erkennen.

Ich bin gespannt, was daraus wird. Ich werde auf jeden Fall darüber berichten.

Wen es interessiert kann gerne klicken und sich weiter informieren

Achtung unbeauftragte Werbung



Hier






Mittwoch, 12. September 2018

Das Erinnerungsvermögen und wie ich mir selber zuschaue, wenn sich alte gespeicherte Sachen melden

Beim Reiten kann ich es sehr gut feststellen, was man mal verinnerlicht hat, egal ob richtig oder falsch, erscheint über kurz oder lang wieder auf dem Tapet.

Ich hatte fast immer sehr schreckhafte oder auch nervöse Pferde, die viel Vollblut hatten und entsprechend schnell reagierten sie auch auf unvorhergesehene Ereignisse. Und ich mit ihnen. Ein Rascheln im Gebüsch, ein bellender Hund haben meist ausgereicht, das sie zur Flucht ansetzten und ich musste zusehen, das ich sie wieder anhalten und lenkbar machen konnte. Oft genug haben sie mich auf der Flucht noch von ihrem Rücken runtergebuckelt. Genau aus dem Grund habe ich ja nun nach einem Pferd Ausschau gehalten, was ein ruhigeres Gemüt hat und nicht nervös über reagiert.

Nur mein Erinnerungsvermögen in Form von Reflexen, bei einem unerwarteten Geräusch oder einem auf uns zu rennenden , bellenden Hund sind noch die selben wie früher. Ich spanne mich an und bin auf das Schlimmste gefasst. Da ich ja jetzt Zeit hab, weil eben keine Flucht beginnt, habe ich auch die Zeit meinen Körper zu beobachten und zu erkennen, wie ich unterbewusst bereits reagiere. Das verunsichert auch mein Pferd, wenn ich mich plötzlich sehr energisch in den Sattel setze und die Beine fest an seinen Bauch klemme. Oder die Luft anhalte. Er stutzt. Ist da was?

Also muss ich jetzt meinem Gehirn was neues beibringen, meine Reflexe beobachten und sofort gegensteuern. Wer ist das eigentlich, der mich da beobachtet? Der meinen Gedanken und Bewegungen aufmerksam folgt, die aber von meinem Gehirn bereits mittels Befehl durchgeführt werden.

Genauso geht es mir manchmal mit meiner Abneigung gegen Menschen, oder auch um die Zuneigung zu diesen. Ich handle nach alten Glaubensmustern, ohne bewusst zu entscheiden. Und dann, seit einiger Zeit beobachte ich mich ganz bewusst dabei und pfeife mich innerlich zurück.

Aber aufgepasst, das was einmal abgespeichert ist, ist verdammt schnell vor Ort und es dauert einige Zeit, bis man bewusst gegensteuern kann.

Professor Hüther hat es mal mit einer Gießkanne verglichen. Das, was man immer wieder hört, was man immer wieder sagt wird wie mit einer Gießkanne gegossen und da wachsen dann im Hirn schnelle Wege, die sofort erreichbar sind, wenn man wieder in einer ähnlichen Situation ist. Also Vorsicht vor der eigenen Meinung und der eigenen Reaktion. Auch wenn sie schnell da ist und auch nach langer Zeit sich sofort wieder meldet, können sich da völlig andere Dinge abspielen, und Dein Hirn glaubt nur, das man jetzt nur genau so reagieren muß. Natürlich sind das Überlebensinstinkte aus den Anfängen der Menschheit, aber das heißt ja nicht, das heute zum Überleben doch andere Dinge angesagt sind ;)


Wie war das noch dieser Spruch, Das Gehirn ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr.


Samstag, 8. September 2018

Mein Neuer ;)

Einer der mir richtig Freude macht und mit dem ich hoffentlich noch viele schöne Ausritte haben werden. Es wird von Mal zu Mal besser und unsere Verständigung macht gute Fortschritte.

Beim letzten Ausritt war er nachher so begeistert, das er gar nicht mehr nach Hause wollte und in alle möglichen Waldwege noch abbiegen wollte. Er war richtig albern und zum scherzen aufgelegt. Das hab ich so bei einem Pferd auch noch nicht erlebt.

Er sieht auf den ersten Blick der Stute, die ich bisher betreut habe ziemlich ähnlich und doch sind sie in allem völlig verschieden. Trotzdem musste ich doch, als ich das erste Mal zum Probereiten in den Stall kam, der direkt am Zuhause der Besitzer ist, ein wenig lächeln.

Ich hatte mir so intensiv vorgestellt auf dem Rücken eines braunen Pferdes mit schwarzer Mähne zu reiten, das ich prompt vom Leben genau ein solches Pferd geschickt bekam.




Donnerstag, 6. September 2018

Die vielen ersten Male in einem Leben

Heute morgen ist wieder so ein Moment und ich habe sie seit einiger Zeit wieder sehr oft.

Diese Augenblicke des ersten Mals. Nach einem Umzug, an einem neuen Wohnort finden sie ständig statt. Alles ist neu in der Wohnung, noch nicht vertraut. Die Umrisse der Wohnung, die Gerüche, die Geräusche des Hauses und der Umgebung.

Wie sich der Sommer in meiner jetzigen Wohnung anfühlt, wie er riecht und wie es morgens, wenn ich die Augen aufmache, vor meinem Schlafzimmerfenster aussieht, konnte ich jetzt wochenlang studieren. Jetzt kommt eine neue Phase, ich werde morgens wach, es ist noch nicht ganz hell, da wir jetzt immerhin schon im Monat September angekommen sind und in ein paar Tage lebe ich bereits 3 Monate hier. Die neue Erfahrung ist der Regen und der leichte nebelige Ausblick. Vom See her strömt der Nebel zwischen den Bäumen hoch, bis hin zu meinem Fenster und macht die Welt noch stiller, noch abgeschlossener von dem Leben, was oben an der Straße in Form von Autos am Weg vorbei strömt.

Die neuen Bilder hier, die unterschiedlichen Jahreszeiten, der Walnussbaum vor meiner Tür, der nun schon reichlich Nüsse abwirft, über die sich die Eichhörnchen und auch ich mich sehr freue. Das Laub, was nun schon langsam auf dem Weg immer mehr wird und an den nahen Herbst erinnert.

Ich liebe es, so nahe an der Natur, am Wandel der Jahreszeiten zu sein.

Die Nachbarsfrau, die offensichtlich eine große Liebe zu Naturwesen hat. Sie hat lauter kleine Lichtkristalle in einen kleinen Baum und in einen Strauch gehängt, und auch die Art, wie sie den Garten gestaltet, deutet sofort darauf hin, das sie dem kleinen Volk und den Wesen in der Natur sehr nahe sein möchte.

Dann gibt es noch die ältere, sehr feingliederige Dame um die Siebzig mit ihrem kleinen Hund. Sie hat lange Zeit in Düsseldorf eine Ballettschule geleitet und das Wesen der Tänzerin hat sich in ihrem ganzen Erscheinungsbild verinnerlicht. Wir unterhalten uns oft und gern, über alles mögliche, über unsere Hunde, über die Renovierung ihres Hauses und Gartens. Über das Weltgeschehen. Wir haben festgestellt, das wir eine sehr ähnliche Meinung zu all dem, was auf der Welt gerade geschieht, haben.

Und ein weiteres erstes Mal ist auch ein neues Pferd, was ich jetzt reite. Ja ich reite tatsächlich wieder. Vor 2 Jahren habe ich noch voller Überzeugung gesagt, das ich mich nicht wieder auf ein Pferd setzen möchte. Das die Zeit des Reitens vorbei sei. Aber das Leben hat gelacht und mir gezeigt, das ich es so sehr möchte, das es mir jetzt ein Pferd vorbei geschickt hat, was meinem vorsichtig gewordenen Verstand sagt, hier hast Du ein Pferd, was sehr freundlich und ruhig im Wesen ist. Reite mit ihm durch den Wald in aller Ruhe und Gemütlichkeit und geniesse es. Und ich habe es vor Kurzem das erste Mals getan. Sich auf ein fremdes Pferd zu setzen, bedeutet für mich, sich auf ein anderes Wesen völlig einzulassen.

Wir kennen uns nicht, wissen nicht, ob wir uns vertrauen können. Gestatten uns jedoch gegenseitig mit angehaltenem Atem, getragen zu werden, bzw. ein fremdes Wesen auf dem Rücken zu akzeptieren und zu tragen. Es ist von beiden Seiten ein Vertrauensvorschuß und hat viel damit zu tun, was wir bisher jeweils mit der anderen Spezies erlebt haben.

Jedem Anfang liegt ein Zauber inne und ich wünsche mir noch viele solcher Momente und meinen Lesern, falls sie auch die ersten Male lieben, ebenfalls.

Samstag, 1. September 2018

So eben geht es eben doch nicht

Ich werde mich also weiter entschleunigen und lernen, das es ein Unterschied ist, in einer Stadt oder eben lieber mitten in der Natur zu leben.

Schnelles Internet war gestern, zumindest hier bei mir, ist es erschreckend, auf welchem Stand der Technik man ausserhalb von Glasfaser ist. Okay, ich nehme es an, weil mich das Leben hier sowieso in vielem entschleunigt. Überleg Dir gut, ob Du auch alles eingekauft hast, ansonsten kannst Du Dich wieder ins Auto setzen und in den Ort fahren. Unter Umständen, weil Du sonst kein Brot hast, für Dein Frühstück. Ohne Auto, geht leider gar nicht hier.


Was aber eine echte Herausforderung ist, ist das vorher hier 17 Jahre eine Raucherin gewohnt hat, und die Wände das Nikotin leider ziemlich gut gespeichert haben. Wenn das nicht innerhalb einiger Zeit besser wird, weiß ich nicht, ob ich hier bleiben mag. Es ist einfach ekelhaft, dieses Gefühl von kaltem Rauch in einer ansonsten so guten Luft. Und ich habe mir schließlich nicht umsonst das Rauchen vor 3 Jahren abgewöhnt. Tatsächlich ziemlich auf den Tag genau. Und mein Magen reagiert mit Übelkeit auf diesen ekligen Geruch. Wie kann man nur in einer solchen Umgebung die Bude so dermaßen mit Nikotin vollqualmen? Ich hoffe, das dieser Geruch bald diese Wohnung verlässt.


Es sind eben doch ein paar Dinge nicht ganz so entspannt, wie ich dachte. Den Sommer habe ich hier ja wunderbar verbracht, es war immer noch kühler in meiner Wohnung, als sonst an irgend einem anderen Ort. Jetzt bin ich mal gespannt, was der kommende Winter für mich bereit hält.

Außerdem gibt es seit kurzem eine Veränderung in meinem Pferdeleben. Ich reite tatsächlich wieder. Das war wirklich nicht mein Plan, mich mit Ende 50 noch mal in den Sattel zu schwingen, nach über 20 Jahren. Aber das häufige Zusammensein mit Pferden und begeisterten Reiterinnen und Reitern hat in mir diesen Wunsch wieder so stark gemacht, das ich mich auf die Suche nach dem für mich richtigen Pferd gemacht habe. Und ich glaube, ich habe ihn gefunden. Er ist ein 12 jähriger Wallach mit dem Namen Chili und seines Zeichens ein Pferd, zu dem eher der Name "Chilly" passt. Bisher bin ich 3 Mal jeweils über eine Stunde mit ihm durch die Wälder geritten, und es fühlt sich einfach wunderbar an. Mit einem in sich ruhenden Pferd, was vom Temperament her nicht dazu neigt, plötzlich und ohne Vorwarnung abzuhauen, durch die Wälder zu streifen. Ein Traum. Das könnte ein wunderbarer Herbst werden, zu Pferd durch den Indian Summer zu reiten.


Was ich hier bei meinen Waldspaziergängen alles zu sehen bekomme, ist einfach wunderbar. Blindschleichen sind mir diesen Sommer mehrfach begegnet. Wunderschöne Tier in einem goldenen Farbton. Vor Kurzem mal wieder ein Eisvogel an der Wupper und unendlich viele Libellen in allen Farben. Ich liebe die Dragonflys. Rehe und Hirsche auf dem Pferd keine Seltenheit, weil sie die Pferde nicht zum Anlass nehmen, zu flüchten. Leider tun das die Wildschweine auch nicht. Diese Woche habe ich beim ausreiten eine ganze Rotte von Wildschweinen im Dickicht rumoren hören und mein Pferd natürlich auch. Doch Gott sei Dank, haben sie nicht unseren Weg gekreuzt und Chili ist für ein Pferd sehr entspannt geblieben. Den Göttern sei Dank.


Im Moment setze ich mich sehr oft mit der Endlichkeit meines Lebens auseinander und treffe auch überall auf Artikel, Bücher und auch auf Erlebnisse, die mich an meine begrenzte Lebenszeit erinnern. Verschiebe nichts mehr auf später, will mir diese Zeitqualität sagen, und ja liebes Leben, ich höre die Botschaft überdeutlich.