Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Montag, 31. Dezember 2018

Danke 2018, willkommen 2019

Danke an das vergangene Jahr, in dem ich meine Traumwohnung gefunden habe und hier schon ein halbes Jahr wohne und mich jeden Tag daran erfreue.

Danke für die Möglichkeit wieder reiten zu dürfen. Seit 4 Monaten sitze ich wieder in einem sehr bequemen Sattel des besten Pferdes, was es für mich bisher gegeben hat und freue mich an den wunderbaren Ausritten in einer wunderbaren Landschaft.

Danke für die Möglichkeit Teil des Mustang Make Over sein zu dürfen. Im März hatte ich meine Bewerbung rausgeschickt und ich durfte nach Aachen kommen. Ich will auch 2019 wieder dabei sein.

Danke für meinen Mut, mich von Menschen zu lösen, die mir nicht gut tun. Danke für die Menschen, die neu in mein Leben gekommen sind und mich inspirieren.

Danke, das ich lerne, bewusster jeden Tag zu leben und erkennen durfte, das das Leben ein großes Geschenk ist, auch an den schlimmen Tagen.

Danke, das es dank der neuen Wohnung auch meinem Hund gesundheitlich wieder sehr viel besser geht und mir natürlich auch.

Danke an Euch meine Leserinnen und Leser fürs vorbeischauen.

Heute Nacht werde ich um Mitternacht gemeinsam mit meinem Hund vor die Tür gehen und in aller Stille das neue Jahr willkommen heißen.


Samstag, 29. Dezember 2018

Warum sind Frauen untereinander eigentlich so gehässig?

In der letzten Zeit muss Heidi Klum sich einiges an gehässigen Sachen unter ihren Intergram Posts gefallen lassen. In der Mehrzahl von Frauen. Warum eigentlich? Was ist schlimm daran, das sie sich mit einem jungen Mann wohlfühlt? Ja sie hat mit mehreren Männern Kinder und war schon mehrmals verheiratet. Was ist mit all den Männern, die gleiches tun und ganz tolle Hengste sind.
Wer kann der kann, und wer es tun möchte, soll es tun. Ich möchte hier keine persönliche Lanze für Frau Klum brechen, aber das sie wirklich glücklich ist, sieht man sofort. Und das zählt.

Ob privat oder beruflich, wenn Frauen miteinander auf engstem Raum sind, geht es richtig zur Sache. Die eine schleimt sich besser beim Chef ein, die andere hat dauernd neue Lover. Zieht sich an wie eine Professionelle usw. usw.

Und es wird gelästert was das Zeug hält. Auch sehr gerne in Reitställen, wo ja bekanntlich fast nur Frauen anzutreffen sind.

Du bist beruflich erfolgreich, siehst gut aus, es gelingt Dir viel? Ganz schlimm. Alle lauern nur darauf, das Dir ein Fehler unterläuft. Aber dann kannst Du was erleben.

Dir geht es schlecht, Du hast Liebeskummer, Dein Mann hat eine Geliebte? Erzähl es lieber nicht Deinen Kolleginnen, sie werden Dich hinter Deinem Rücken schlachten und vorne herum Mitleid bekunden.

Warum? Anstatt sich gegenseitig zu helfen, zerlegen sich die meisten Frauen. Daran hat auch die Emanzipation nichts geändert. Aber gar nichts.

Missverständnisse und andere Dinge


Kennst Du das, Du versuchst eine Situation zu schildern, wie Du sie erlebst und siehst und hörst dann jemand anderen von genau der selben Situation erzählen. Doch da hört sich das völlig anders an.



Vergiss nicht - niemand sonst sieht die Welt so, wie du es tust, damit niemand sonst die Geschichten erzählen kann, die du zu erzählen hast.
- Charles de Lint



Artist: morgainelefee deviantart.com


Donnerstag, 27. Dezember 2018

Es gibt so Zeiten, da willst Du alles hinschmeissen...

Manchmal habe ich noch Tage, da möchte ich alles, woran ich glaube, hinschmeissen und sage
, es klappt einfach nicht. Dann kämpfe ich gegen meine alten Glaubensmuster, die ich im Laufe des Lebens einfach hingenommen habe, und sie wollen, das ich mich ihnen wieder ergeben. Weil ich mein neues Ich, was gut für mich sorgt, noch nicht so gut kenne. Es gibt immer wieder mal eine Situation, da werde ich wütend und trotzig und das ist dann mein altes Ich. Das dann auf einen Schlag alles zerstören will, sofort, aus Trotz.

Zum Glück schenkt mir das Leben inzwischen ein paar Stunden, manchmal sogar ein paar Tage zum Nachdenken und oft sogar etwas zu lesen oder zum anschauen, was mich daran erinnert, wohin ich will und wie es geht. Und vor allem habe ich in den letzten Tagen mal geschaut, wo ich heute schon bin, und dann bin ich wieder so dankbar und zufrieden, das ich es doch schon so weit geschafft habe.
Im Laufe des Wandlungsprozesses wird es Zeiten geben, in denen scheinbar nichts passiert. Das ist der biologische Tod des alten Selbst. Und dieses alte Selbst ergibt sich nicht widerstandslos, es geht mit wehenden Fahnen unter! Doch wenn du dich beständig bemühst und Tag für Tag dran bleibst, hilft dir das sehr, deine neue persönliche Realität tatsächlich zu manifestieren – und du wirst feststellen, dass es diese Mühe immer wert ist.



Sonntag, 23. Dezember 2018

4. Adventsonntag Fortsetzung der Geschichte von Sara

Fortsetzung der Geschichte

Die Maschine nach Bristol startete gegen 13.30 und brauchte ca eineinhalb Stunden. Inzwischen war es schon halb zwölf und Sara und ihre Großmutter setzen sich noch an eine Kaffeebar und tranken einen Kaffee. Sara liebte Latte Macciatto und MoJo ihren doppelten Espresso.
Als sie ausgetrunken hatten, gingen sie gemeinsam zur Zollkontrolle. Mojo drückte Sara noch einmal ganz fest an sich und lächelte sie an. „Ich wünsche Dir einen guten Flug und eine gute Zeit mein Liebling. Geniess es und sei offen für das Wunderbare. Ich hab Dich sehr lieb mein Mädchen.“ Sara hatte einen dicken Kloß im Hals und konnte nur nicken und ein sehr mickriges „Ich Dich auch .“ herausbringen. „Melde Dich, wenn Du angekommen bist.“ Mojo winkte noch einmal und ging dann zum Ausgang mit einem Lächeln auf den Lippen. Sie hatte so eine Ahnung, das ihrer Enkelin eine ereignisreiche Zeit bevorstand.

Als das Flugzeug in Bristol landete, war es schon Nachmittag. Der Flug hatte eine Stunde 30 gedauert und die Zeit war schnell vergangen. Als sie endlich aus dem Flugzeug aussteigen konnte und wieder frische Luft atmen konnte, war sie erstaunt, das es noch so ein schöner Spätnachmittag war. Irgendwie hatte sie England als kalt und regnerisch abgespeichert. Aber in Südengland war das Klima eben doch sehr freundlich und sommerlich.

Am Gepäckband ging es dann auch recht schnell voran und sie lud ihre Koffer und die Tasche auf eine Gepäckkarre und strebte zum Ausgang. Dort schaute sich Sara um. Da sie die Kendalls noch nie gesehen hatte, war vereinbart, das sie ein Schild mit ihrem Namen hochhielten, damit Sara sie nicht verfehlte. Jetzt stand Sara da und schaute sich suchend um, fand aber nirgends ein Schild das ihren Namen trug. Ihr wurde heiß und sie malte sich aus, wie sie schon die erste Nacht auf dem Flughafen verbringen musste, weil niemand sie abgeholt hatte und sie nicht wusste, wie sie auf den Reiterhof kommen sollte.

Nach einer gefühlten Ewigkeit stürzte eine Frau im Alter ihrer Mutter in die Halle und hielt ein Schild während des Laufens in die Höhe. Darauf stand zu lesen Sara Berger. Erleichtert steuerte Sara die Frau an und machte mit einem Winken auf sich aufmerksam. „Oh my godness“ und noch ein Schwall von englischen Worten, den Sara in der Aufregung nicht so ganz verstand, brach über sie herein und die fremde Frau nahm Sara erst einmal in die Arme und drückte sie. Dann schimpfte sie, jetzt langsam zu Atem kommend, über diese verdammte Rushhour und das es ihr leid täte, das sie sich verspätet habe. „Hello I am Claire Kendall, welcome to Bristol” stellte sie sich dann endlich vor und redete gleich weiter. Sara tat sich anfangs ein bisschen schwer, ihrem Wortschwall zu folgen, aber auf dem Weg zum Auto und während der Fahrt Richtung Exmoor Nationalpark gewöhnte sie sich langsam daran, der englischen Sprache zu folgen und ihr fielen jetzt endlich auch wieder alle Worte ein, nach denen sie die erste Viertelstunde vergebens gesucht hatte.

Claire war eine lebhafte und fröhliche Frau, die vor Energie nur so sprühte. Ihre Augen blitzten und ihre roten Locken standen in alle Himmelsrichtungen ab. Sie hatte eine Reithose an und ein grünes Poloshirt und sah im Ganzen so aus, als wäre sie mal eben vom Pferd gesprungen, um sich ins Auto zu setzen um kurz was zu besorgen. Sara stieg der geliebte Geruch nach Pferdestall in die Nase, den Claire ausstrahlte und sie war direkt ein bisschen weniger fremd. Claire erzählte vom Reiterhof, was gerade dort los war und das eine Menge Gäste angekommen seien, und sie froh sei, jetzt noch eine tatkräftige Unterstützung zu bekommen.

Sara schaute staunend aus dem Fenster, während die Landschaft, die immer schöner wurde an ihr vorbei flog. Es war wirklich schön hier. Und nach 2 Stunden Fahrt bogen sie in einen Weg ein. Der Weg ging durch einen Wald, und dann kam ein großes Tor in Sicht, der die Auffahrt zu einem großen Grundstück mit einem riesigen Gebäude im Landhausstil freigab. Es war parkähnlich angelegt, allerdings mit einem etwas leicht verwilderten Charme, es hatte etwas wildromantisches, dachte Sara und wurde an einen Prospekt für Landhausstil erinnert . „It’s wonderful“ entfuhr es Sara und Claire strahlte sie an. „Es freut mich, das es Dir gefällt, ich wünsche Dir eine schöne Zeit bei uns.“ Dann parkte sie den Landrover vor dem riesigen Landhaus mit den vielen Kaminen auf dem Dach und half Sara mit den Koffern. „Du wohnst auch hier im Haupthaus, allerdings ganz oben , da sind die Zimmer für unsere Mitarbeiter. Die Gäste wohnen alle in der ersten Etage, es sei denn, wir platzen aus allen Nähten.“ Dann kam ein junges Mädchen, etwa im Alter von Sara aus dem Haus und ging gleich auf Sara zu. Sie sah aus, wie eine jüngere Ausgabe von Claire.“ Ah da kommt ja meine Tochter, meinte sie und deutete auf Grace. „Hallo ich bin Grace Kendall, herzlich willkommen. Komm mit ich zeig Dir Dein Zimmer.“ Grace übernahm den neuen Gast, ein echt eingespieltes Team die Kendalls.

Sie gingen durch die große Eingangshalle vorbei an einem großen offenen Kamin die Treppen hinauf in den 2. Stock. Es war alles wie in diesen alten englischen Filmen, very british und ein bisschen unwirklich aber wunderschön. An den Wänden hingen viele alte Bilder mit Pferdemotiven und alten Rahmen. „Gehörte das Haus schon immer Deiner Familie?“ Sara schaute Grace fragend an, die bereits eine Zimmertür aufgemacht hatte und auf sie wartete. „Nein, meine Eltern haben es vor 10 Jahren gekauft, wir sind mit unseren Pferden hierher gezogen und haben dann halt einen Reiterhof eröffnet. Das war viel Arbeit für meine Eltern. Aber jetzt ist es eigentlich so, wie sie es sich vorgestellt haben und sie sind glücklich damit. Komm schau Dir Dein Zimmer einmal an.“

Das Zimmer war hübsch eingerichtet, mit Tapeten, die weiß und zartgrün gestreift waren, einem hübschen schmiedeeisernen Bett und einem dazu passenden antiken Kleiderschrank. Ausserdem gab es noch einen kleinen Schreibtisch mit Stuhl davor und das wars dann auch im Wesentlichen. „Das Bad ist gleich den Gang hinunter. Du teilst es Dir mit Millie und Dylan. Sie arbeiten auch für uns. Du wirst sie ja gleich kennenlernen. Du möchtest Dich sicher ein bisschen frisch machen nach der Reise. und dann komm gleich runter, Du hast doch sicher Hunger, wir haben Dir etwas in der Küche verwahrt. Steht alles im Kühlschrank.“

Grace schlug sich mit der Hand vor die Stirn. „Ich sollte Dir wohl zuerst zeigen, wo alles ist, sonst irrst Du noch durch das ganze Haus.“ Lachend bedeutete sie Sara ihr zu folgen und zeigte ihr noch die erste Etage und das Erdgeschoss mit der typisch englischen Bibliothek, dem Esszimmer, der Küche und dem großen Aufenthaltsraum, wo allerdings niemand war. „Wo sind denn Eure Gäste und die anderen alle?“ wollte Sara wissen. „Na unten am See, dort sitzen wir abends bei schönem Wetter, machen ein Lagerfeuer und besprechen den nächsten Tag. „Einen See gibt es auch hier?“ Sara freute sich, und sah sich im Geiste schon kopfüber ins Wasser springen, oder mit den Pferden in den See reiten. „Ja sicher, es ist sozusagen unser großer Löschteich, falls hier einmal ein Feuer ausbrechen sollte. Du weißt ja wie das in einem Pferdestall so ist mit dem Feuer. Das viele Stroh und das Heu, das ist immer eine Brandgefahr.

„Dort hinten geht es den Weg entlang an den Bäumen vorbei und hinter den Bäumen ist dann gleich der See. Wenn Du fertig bist, kannst Du Dir Dein Essen gerne mitnehmen und zu uns zum See runter kommen, oder soll ich auf Dich warten?“ „Nein geh ruhig schon, ich muß noch zu Hause anrufen und will ein bisschen auspacken und mal unter die Dusche springen. Das dauert noch.““ Okay dann bis gleich“, Grace winkte ihr kurz zu und lief dann den Weg Richtung See hinunter.

Sara ging die Treppen zu ihrem Zimmer hinauf. Dann erledigte sie die versprochenen Anrufe bzw. schrieb ein paar Nachrichten auf ihrem Handy an ihre Freunde und versprach, sich am nächsten Tag ausführlich zu melden und Bericht zu erstatten.

Mit Elias sprach sie natürlich länger und der wartete schon den ganzen Tag auf ihren Anruf. „Es ist so still ohne Dich, ich vermisse Dich so“ er seufzte ins Handy und hörte dann Sara zu, die ihm die ersten Eindrücke schilderte. „Ich melde mich später noch mal, ich hab so einen Hunger, und die anderen warten auf mich, ich will nicht unhöflich sein.“ Ich vermisse Dich und küsse Dich tausend Mal.“ Dann drückte sie schnell die Verbindungstaste am Handy und lief ins Bad um sich zu duschen.

Nach dem sie geduscht war, packte sie die Koffer halbwegs aus und ging dann runter in die Küche, um sich nach etwas essbarem umzusehen. Sie hatte einen furchtbaren Hunger inzwischen. Als sie in die Küche trat, sah sie, das der große Kühlschrank offen stand und jemand halb darin verschwunden war, um ihn zu inspizieren.

„Hello“ sagte Sara und wollte so auf sich aufmerksam machen. Da machte ein junger Mann einen Satz aus dem geöffneten Kühlschrank und knallte die Tür mit einem Schwung wieder zu. Er starrte sie an, wie einen Geist und sein Gesichtsausdruck verriet ein schlechtes Gewissen. Scheinbar hatte sie ihn bei etwas erwischt, was er nicht durfte. Der junge Mann, der ein bisschen Ähnlichkeit mit Harry Potter hatte, mit seinen dunklen wuscheligen kurzen Haaren und der Brille mit den runden Gläsern auf der Nase, sagte immer noch keinen Ton und starrte sie weiter fassungslos an. „Ich bin Sara Berger und gerade, wie es scheint in Hogwart angekommen. Und Du bist?“ Herausfordernd grinste sie, streckte ihm die Hand hin und wartete.

Endlich sammelte er sich und stellte sich vor “Ich bin Ryan, der geheime Zwillingsbruder von Harry Potter und hier zu Gast“ er nahm ihre Hand und deutete sogar einen leichten Diener an. „Noch Hunger? Bist Du nicht satt geworden beim Abendessen?“ fragte Sara ihn. „Ich hab das Abendessen verpasst, weil ich eben erst zurück gekommen bin und da dachte ich…..“ Verlegen sah Ryan sich in der Küche um. „Na dann lass uns mal gemeinsam schauen, was es essbares gibt, dann muß ich nicht allein essen und wir leisten uns Gesellschaft. Du kennst Dich ja hier in der Küche sicher schon aus und kannst mir hilfreiche Tipps geben.“ Sara sah ihn auffordernd an und Ryan war dankbar, das es niemand anderes gewesen war, der ihn bei der heimlichen Küchenvisite ertappt hatte. „Grace hat gesagt, das man mir etwas verwahrt hätte, hast Du irgendwas entdeckt, was das sein könnte?“ „Ja da steht eine Platte mit kaltem Braten und eine Schüssel Salat im Kühlschrank und als Du kamst, wollte ich gerade….. Sara machte den Kühlschrank wieder auf und sah nach. Dann holte sie die beiden Sachen heraus und stellte sie auf den Tisch. „Das sieht ja reichlich aus, das sollten wir Beide von satt werden“ meinte sie und fragte ihn „wo sind denn die Teller und das Besteck?“ Ryan deutete auf ein altes großes Küchenbuffet und holte dort dann das Gewünschte heraus.

Ryan kochte dann noch einen Tee für sie und sie aßen genüsslich und total ausgehungert die aufbewahrten Sachen in Rekordgeschwindigkeit auf. Ryan zeigte ihr, wo die Spülmaschine stand, räumte das schmutzige Geschirr ein und verblüffte Sara mit der Selbstverständlichkeit, mit der er das tat. „Es sieht nicht so aus, als ob Du das zum ersten Mal machst“ Sara sah ihn fragend an und musste immer wieder innerlich über die Ähnlichkeit mit Harry Potter grinsen. Nicht zu fassen, da war sie in England und das erste männliche Wesen, was ihr hier begegnete, war ein Harry Potter Verschnitt. Wenn sie das
Nele erzählte, die würde sich wegwerfen vor lachen. „Hier geht es ziemlich leger zu, jeder packt ein bisschen mit an, da bricht man sich ja schließlich keinen Zacken aus der Krone.“

“Es gefällt mir, sagte Sara, ich hatte schon befürchtet, das es hier möglicherweise ein wenig steif zugehen könnte, von wegen England und Etikette, na Du weißt schon, die üblichen Vorurteile. Engländer sind so, Deutsche sind so, usw. Ich komme übrigens aus Deutschland. Und Du, woher bist Du?“ „Ich komme aus Yorkshire, mein Vater hat diesen Urlaub für mich geplant, er wollte, das ich meinen Reitstil verbessere und mal mehr Zeit im Sattel verbringe, als Zuhause.“ „Dein Vater plant Deinen Urlaub? Wieso das denn?“ Naja ich studiere noch, und da habe ich nicht so viele Optionen weißt Du. Mein Vater ist mit Brian Kendall befreundet und da hat es sich ergeben, das ich hier meinen Urlaub verbringen kann. Mein Vater züchtet auch Pferde und wünscht sich ein bisschen mehr Unterstützung von mir. Da lässt er nichts unversucht und ich bin froh, auch mal was anderes zu sehen, als die Uni und Bücher weißt Du.“ „Was studierst Du denn, warte lass mich raten“ Sara legte den Finger auf die Lippen und dachte kurz nach. „Agrarwirtschaft oder Tiermedizin“ sagte sie dann schließlich. „Ja Tiermedizin ist richtig“ lachte Ryan und machte eine Handbewegung in Richtung Haustür. „So und nun lass uns mal zu den anderen gehen, damit Du alle kennenlernst, mit denen Du es ab sofort zu tun hast.“ Sara nickte und gemeinsam gingen sie den Weg hinunter in Richtung See.





Donnerstag, 20. Dezember 2018

Seminare und Workshops, die meisten kann man sich sparen

Mein Email Postkasten quillt über davon. Jeder lädt mich zu seinem, besonderen, einzigartigen Seminar ein und verspricht mir, das sich mein Leben nachhaltig verändern wird.

Seminare sind nett für diejenigen, die sehr viel Zeit und noch mehr Geld zur Verfügung haben und dieses gerne bevorzugt am Wochenende ausgeben möchten. Dann hast Du für 3 Tage ein super Gefühl und wenn Du dann wieder zu Hause bist, ist nach spätestens 2 Wochen alles wieder wie gehabt. Aber es gibt ja noch so viele andere Seminare, die man besuchen kann, weltweit.

Entweder werden Themen zum xten Mal neu aufbereitet und weitergegeben, oder es ist gleich ein solcher Schwachsinn, das sich einem die Fußnägel schon beim durchlesen aufrollen.

Anschließend bist Du befähigt, selber Seminare geben zu können. Schamane in 3 Wochenendseminaren und so weiter.

Derzeit sind es die Rauhnächte, die jeder als Seminar oder Webinar in meinen Briefkasten steckt. Darüber habe ich schon vor Jahren hier geschrieben. Völlig kostenlos.

Tatsache ist, das ein Seminar Dich nicht aus einer misslichen Lage bringen kann, wenn Du nicht selber bereit bist, mit Deiner Energie dazu beizutragen. Seminare sind eben keine Tabletten. Und auch die musst Du dauerhaft nehmen, damit es besser wird. Nebenwirkungen inbegriffen.


Montag, 17. Dezember 2018

Wir Frauen über 50

Entspann Dich
Du musst nicht mehr in Konkurrenz zu anderen Frauen treten. Du weißt genau, wer Du bist. Wo Deine Stärken und Schwächen liegen. Du akzeptierst Dich, auch Deine Schwächen. Du steigst nicht mehr in jeden Ring, bloß um Recht zu bekommen. Oft winkst Du innerlich ab und denkst, mach Du was Du willst und ich mache , was ich für richtig halte. Du weißt genau, was Dir gut tut, tue soviel davon, wie möglich. Die meisten Frauen erfahren aus den Medien gar nicht, wie schön das Leben jenseits der Fünfzig sein kann. Sie hören immer nur Jung und schön. Aber es gibt uns. Dich und mich und wir sind nicht still, nur weil wir älter sind. Wir tun in der Regel das, wovon die Jungen nur träumen können. Wir haben mehr Zeit für uns und das, was uns wohl tut. Kümmere Dich um Dein körperliches Wohlbefinden, und um Deinen Seelenfrieden. Und geniesse das Jetzt. Engagiere Dich für etwas Sinnvolles. Du hast einen besseren Blick dafür, als die jungen Frauen, die noch so sehr abgelenkt sind, das tägliche Chaos in den Griff zu bekommen.
Nutze Deine Weisheit und lebe vor, wie schön es sein kann, Du zu sein. Ja es wird sie geben, die Kritiker , die auf Dich und Dein Leben neidisch sein werden. Sie werden versuchen, es Dir zu vermiesen. Aber he, so ist das, wenn man etwas hat und bereits ist. Du hast bereits eine Menge erlebt , geliebt und gelitten und alles , alles was Du jetzt bist, hast Du Dir selber erarbeitet, erlebt.

Trau Dich, hab den Mut, das zu sein, was Du schon immer sein wolltest.


Sonntag, 16. Dezember 2018

3. Adventsonntag

Heute Nacht ist hier der erste Hauch von Schnee gefallen. Das ist für mich immer ein ganz besonderer Tag im Jahr. Ich liebe den Schnee.

Heute werde ich ein weiteres Stück meines Romans hier veröffentlichen.

2. Teil


Dann machte sie schnell die Autotür auf, warf ihm noch einmal eine Kusshand zu, er erwiderte sie und dann verschwand sie im Haus.

Ihre Eltern waren, wie erwartet noch auf, saßen im Wohnzimmer und hatten es sich auf der großen Wohnlandschaft gemütlich gemacht. Als Sara herein kam sahen die Beiden sie erwartungsvoll an und legten ihre Tablets auf den Tisch.

Sara s Eltern waren Architekten und arbeiteten freiberuflich, was bedeutete, das sie auch abends noch mal mit ihren jeweiligen Aufträgen beschäftigt waren und sich über ihre Projekte austauschten.

Roger rückte ein wenig zur Seite, klopfte auffordern auf den Platz neben sich und schaute seine Tochter liebevoll an. „Komm her meine Große und setz Dich zu mir, damit ich Dich noch ein bisschen knuddeln kann, bevor ich Dich in die Welt entlasse.“ Roger liebte seine Tochter von ganzem Herzen und ihm viel es sehr schwer, sie jetzt schon als erwachsen genug anzusehen, das sie einfach ohne seinen Schutz in ein Abenteuer, weit weg von zu Hause, aufbrach.

Sara schmiegte sich an ihren Vater und legte den Kopf an seine Schulter. „Ach Dad Du tust so als würde ich nach Australien auswandern, es ist nur England eine Flugstunde weit von hier.“ Saras Mutter lächelte und meinte „Weihnachten kommst Du aber nach Hause mein Schatz, ich werde nicht hier sitzen und mir die ganze Zeit das Gesicht Deines trübsinnigen Vaters anschauen müssen.“ „Ja Mom versprochen, kannst ja schon mal ein Flugticket für mich buchen für den 22. Dezember.“ Ellen nahm ihr Tablet zur Hand, tippte etwas ein und wenige Augenblicke später meinte sie „Erledigt, das Ticket ist gebucht und bezahlt, jetzt gibt es keine Ausreden mehr.“

"MoJo wird morgen gegen 9 Uhr hier sein und Dich zum Flughafen fahren, wie besprochen. Hast Du alle Sachen gepackt, bis auf Deine Kosmetiksachen?“ Ellen stand auf und schaute Sara auffordernd an. „Komm lass uns noch mal nachschauen, ob Du auch an alles gedacht hast, mir ist wohler dabei. Ich habe keine Lust nächste Woche schon zur Post rennen zu müssen, und das erste Paket unter dem Motto „hab ich total vergessen“ aufzugeben.“

Maulend folgte Sara ihrer Mutter in den ersten Stock in ihr Zimmer und warf ihrem Vater schnell noch eine Kusshand zu.

In dieser Nacht schlief Sara sehr unruhig und hatte seltsame Träume. Sie ritt durch einen Wald und sah immer wieder einen Schatten der sie zu verfolgen schien. Er tauchte immer wieder schemenhaft auf und verschwand dann wieder im Unterholz. Es sah aus wie ein Hirsch oder so etwas ähnliches. Dann wieder hatte sie das Gefühl es sei ein Mensch.

Es war ein unheimlicher Traum und sie war erleichtert, als sie endlich erwachte und das beklemmende Gefühl aufhörte. Seltsam, dachte sie, was ich manchmal so träume. Ich muß es gleich unbedingt MoJo erzählen, sie deutete gerne Träume und würde sicher zu diesem Thema etwas zu erzählen haben. Großmutter hatte einen sogenannten Draht zur Anderswelt. Sie forschte für ihr Leben gern nach Mythen und unerklärlichen Dingen zwischen Himmel und Erde und hatte manchmal Vorahnungen, die zu aller Welt Erstaunen auch noch eintrafen.

Dann war es auch bald Zeit zum aufstehen und Sara war so was von aufgeregt, dass sie nicht wusste, was sie fühlen sollte. Vorfreude, Wehmut, ein bisschen Angst und unbändige Freude auf ein Abenteuer. Dieser Cocktail pulsierte in ihr und machte ihre Gesichtsfarbe für diese frühen Morgenstunden erstaunlich frisch.

Schnell huschte sie noch in das Zimmer ihres kleinen Bruders Tim. Er war gerade erst 10 Jahre alt geworden und war das Nesthäkchen in der Familie.

Es war Samstag und Tim schlief noch und sah immer so niedlich aus, mit seinen verwuschelten dunklen Haaren, wenn er schlief. Sara setzte sich zu ihm aufs Bett, betrachtete ihn eine Weile und küsste ihn dann ganz leicht auf die Wange. Tim öffnete die Augen einen Spalt und knurrte etwas.“ Tschüß Brüderchen, jetzt hast Du die Verantwortung hier im Haus. Sorge dafür, das Mom und Dad nicht übermütig werden.“ Tim setzte sich nun doch auf und schaute seine Schwester genauer an. „Geht klar Siss, hab alles im Griff.“ Ganz der Coole, Gefühle waren ihm ein bisschen peinlich, gab er seiner Schwester ein Highfive. „Ich werde Dich auf dem Laufenden halten, ich hab ja jetzt auch ein Smartphone.“ Er konnte sich ein stolzes Strahlen nicht verkneifen. Weil Sara wegen ihres Auslandsaufenthalts ihren Eltern noch ein neues Smartphone aus den Rippen geleiert hatte, kam Tim in den unerwarteten Genuss, das seine Schwester ihm ihr altes vermachte.

Im Bad dauerte es dann doch heute etwas länger, weil sie bei der Ankunft in England schon den besten Eindruck machen wollte, der möglich war.

Unten hörte sie schon die muntere Stimme ihrer Großmutter, die ein absoluter Morgenmensch war. Sie war also schon da und wartete auf sie.
Schnell lief sie die Treppe hinunter und setzte sich an den Küchentisch.

Dort stand schon ihr Lieblingsfrühstück auf ihrem Platz. Einen Quarkpfannkuchen mit ein bisschen Obst. Das liebte sie morgens ganz besonders. Aber vor Aufregung hatte sie heute gar keinen richtigen Hunger.
„Na schon aufgeregt?“ Mojo zwinkerte ihr zu und drückte ihre Hand. „Und ob. Hoffentlich holen die mich auch am Flughafen ab und lassen mich nicht warten“ Sara hatte schon ein bisschen Panik, das sie dort in England dann mutterseelenallein auf dem Flughafen stehen würde und nicht gleich in Empfang genommen würde. „Mach Dir keinen Kopf, ich habe gestern Abend noch mit den Kendalls telefoniert, sie holen Dich auf jeden Fall ab Süße.“

Dann war es Zeit und als alle Taschen im Kofferraum von Mojos Auto verstaut waren und eine doch noch tränenreiche Verabschiedung von Saras Eltern überstanden war, ging es los Richtung Flughafen Düsseldorf.

Im Auto dann fiel Sara der Traum von letzter Nacht wieder ein und sie erzählte Mojo davon. „Ich hatte das Gefühl, ich werde beobachtet und verfolgt, es war ganz unheimlich.“ Sara bekam noch eine Gänsehaut als sie sich an ihren Traum erinnerte. „Erst hatte ich das Gefühl es wäre ein großer Hirsch, aber zwischendurch hab ich auch schemenhaft eine menschliche Gestalt wahrgenommen. Und er verfolgte mich immer durch das Dickicht.“

„Sehr interessant“ meinte MoJo, die sich auf den Verkehr auf der Autobahn konzentrierte. „Vielleicht ist es ein Hinweis auf die mystische Gegend, in der Du jetzt ein Jahr verbringen wirst. Vielleicht ist es auch einfach nur ein Zeichen, das Du ein bisschen Angst vor dem Neuen hast und Dein Unterbewusstsein Dir die Angst so zeigt. Du weißt ja, das es in England viele Mythen, wie Stonehage und die Sage von Avalon gibt. Das Land hat was geheimnisvolles. Halte Deine Sinne offen Liebes und schau nicht nur mit den Augen.“

Sara und Mojo liebten die Sage von Avalon und hatten sie, vor ein paar Jahren gemeinsam gelesen und waren darin versunken. Ausserdem hat Mojo eine besondere Beziehung zu dieser Geschichte, mit der sie aber noch mit niemanden gesprochen hatte. Sie hatten sich vorgenommen irgendwann nochmal das vermutete Avalon in Glastonbury zu besuchen und möglicherweise würde dies jetzt wahr werden. MoJo wollte im Sommer für ein paar Tage zu Sara fahren und diesen Ausflug mit ihr machen.

Sara entstammte einer Generation, die mit Harry Potter groß geworden war, und hielt so manches für möglich und Mojo begrüsste das sehr. „Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als unser Verstand wahrnimmt.“ War eines ihrer Lieblingssprüche. Und es war ihre tiefste Überzeugung. Sie hatte schon einiges erlebt, was über das sogenannte „Normale“ hinaus ging und Sara hatte diese feinen Antennen ihrer Großmutter scheinbar geerbt. Oft hatte sie Träume, die so wunderbar anders waren, als die normale Welt.

Aber im Moment waren noch andere Dinge von großer Wichtigkeit. „Wenn Du nachher noch zu Leroy in den Stall fährst, gib ihm bitte eine Extraportion Möhren von mir und küss ihn von mir.“ „Natürlich Liebes, mach Dir um ihn keine Sorgen, Du weißt, er ist bei mir in den besten Händen und ich werde Dich, so gut ich kann vertreten.“ Im Stillen freute sich MoJo sogar darauf, jetzt wieder jeden Tag Zeit im Stall verbringen zu können.


Donnerstag, 13. Dezember 2018

Aufatmen, das ich da nicht mitreden kann, Trashfernsehen

Damit hatte ich schon im Büro ein Problem. Ich kam morgens in die Kaffeeküche und alle Kolleginnen standen zusammen und hechelten die letzte Folge Dschungelcamp, Bachelor oder Bauer sucht Deppin durch. Da stand ich mit meinem Kaffee in der Hand und hörte zu. Frauen, deren Intelligenz ich höher eingestuft hatte, weil unser Job doch ein gewisses logisches Denken verlangte und auch Zusammenhänge erkannt werden mussten, ereiferten diese Sendungen zum Höhepunkt ihres Tages.

Zu Anfang stellte man mir dann auch Fragen zu der Sendung, die gerade besprochen wurde, als ich dann jedoch sagte, das ich keinen Fernseher mehr besitze, klappten die Kiefer runter und alle dachten, ich sei zu arm, mir einen zu kaufen. Als ich dann allerdings kurz erläuterte, das ich aus Überzeugung kein Fernsehen schaute, weil ich keinen Bock auf solch eine dauerhafte Verblödung habe, war ich die Persona non grata des Büros geworden.

Auch aktuell wird gerade bejubelt, das im kommenden Jahr wieder jede Menge Staffeln dieses Trashs laufen, und ich lese es auf Facebook und denke, wie gibt es das immer noch?

Ja es gibt Arte und Sat3, aber he, wenn mich da was interessiert, schau ich es mir im Internet über die Mediathek an.

Ist Euch schon mal aufgefallen, das die junge Generation gar kein Fernsehen mehr schaut? Ich befürchte(hoffe) das die Programmgestalter in Zukunft eine echte Herausforderung bekommen. Ich freue mich darauf. Vielleicht schalte ich dann demnächst in 10 oder 15 Jahren wieder ein, und mein Seniorenabend ist gerettet. Scherz.

Dann schaue ich mir lieber an, wie eine Seifenblase einfriert.


Samstag, 8. Dezember 2018

Das Leben verändert sich und Du Dich mit

Am Anfang dieses Blogs und auch noch einige Jahre später habe ich diesen Blog geschrieben, um mich selber am Kragen aus dem Dreck meines Lebens zu ziehen. Nichts war so, wie ich es mir als junge Frau vorgestellt habe, wie auch, wenn man sich an Geschichten mit Happy End ala Hollywood orientiert. Der Prinz auf dem weissen Schimmel kam nicht vorbei, ich bin den Schimmel selber geritten. Das ist so etwas wie eine Metapher für mich geworden. Sei selber, was Du vom Leben erwartest.

Leider waren in meinem familiären Umfeld wenig bis gar keine Stützen oder so etwas wie Lehrer, also musste ich mein eigener Lehrer werden, mir meine Lebensweisheit selber zusammensuchen und darüber habe ich hier geschrieben. In erster Linie für mich zum nachlesen. Ich stellte mit Erstaunen fest, das meine Eltern nichts anderes als Kinder in einem erwachsenen Körper waren, die sich irgendwie nicht zu den Menschen entwickelten, die ich mir vorgestellt und gebraucht hätte. Dinge, die vielen so passiert sind, wie mir.

Heute geht es mir so gut, wie es mir gehen kann, dafür habe ich gesorgt und das alles habe ich tatsächlich meinen Erwartungen und Vorstellungen zu verdanken. Ich schreibe hier noch selten über das tiefe Tal des Lebens, in das man von Zeit zu Zeit fällt. Ich mag keine Wiederholungen, was gesagt bzw. geschrieben ist, ist geschrieben.

Esoterik hilft nur denen, die einen naiven und unerschütterlichen Glauben daran haben. Ich habe es versucht, mich mit verschiedenen Praktiken dauerhaft zu heilen und habe wirklich einiges ausprobiert. Doch ausser einer guten Atemtechnik, die einem aus der Anspannung und der Angst hilft, ist dauerhaft nur übrig geblieben, was Du Dir lebhaft und immer wieder als erstrebenswert vorstellst, wird in Dein Leben kommen. Du ziehst es an, doch wundere Dich nicht, wenn es nicht so ist, wie Du es Dir erträumt hast. Alles hat eben eine 2. Seite und auch die bekommst Du geliefert. Deshalb überlege genau, was Du Dir wünschst und hör Dir gut zu, wenn Du anderen von Deinen Wünschen und Träumen erzählst.

Weisheit bedeutet, die Veränderungen anzunehmen, zu schauen, was es für Möglichkeiten gibt, die daraus entstehen, und staune wie ein Kind darüber. Hör nicht auf, Dich weiter zu entwickeln, zu lernen und Deinen Geist offen zu halten. Und halte nicht an alten Glaubenssätzen fest. Frei nach dem Motto, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, habe ich eines gelernt, Du und ich wir dürfen und sollen uns verändern im Laufe des Lebens. Weil das ist der Sinn darin. Vorläufig jedenfalls. Bis ich zu einer neuen Erkenntnis gelangt bin.

Wie immer herzlichen Dank fürs vorbeikommen. Passt gut auf Euch auf.

Freitag, 7. Dezember 2018

Man muss nicht zu allem eine Meinung haben

Seit einiger Zeit übe ich mich darin, nicht zu reagieren, auch wenn es mich noch so sehr in den Fingern juckt. Ich lese hier und da, denke manchmal, das kann doch nicht wahr sein, aber nö, ich äußere mich einfach mal nicht dazu. Manchmal ist reden Silber und schweigen Gold. Vor allem, wenn es letztendlich bloss eine Provokation ist.

Montag, 3. Dezember 2018

Adventkalender 1. Türchen

Dieses Jahr habe ich mir überlegt, jeden Adventsonntag einen kleinen Teil meines Buches hier zu posten. Weil Geschichten zu dieser Zeit besonders schön sind.

Wie alles beginnt


„Ich werde Dich so vermissen“, murmelte sie in seine lange dunkle Mähne.

Lange blieb sie so stehen, umschlang den Hals des Pferdes und atmete seinen Geruch ein, den sie so liebte. Sara würde morgen aufbrechen in ein Abenteuer, worauf sie sich schon so lange freute. Seit einigen Monaten stand fest, das sie nach der Abiturprüfung für ein Jahr nach England gehen würde, um dort auf einem Reiterhof in Exmoor Nationalpark ein einjähriges Praktikum zu machen.

Doch jetzt, wo sie sich von ihrem geliebten Pferd Leroy verabschieden musste, war sie sich gar nicht mehr so sicher. Ihr einziger Trost war, das sich MoJo , ihre Großmutter, die aber alles andere als eine gebrechliche alte Dame war, liebevoll und mit viel Pferdeverstand um ihn kümmern würde. MoJo, die eigentlich Monika Josefine hieß, hatte ihrer Enkelin die Liebe zu Pferden vererbt und gemeinsam gingen sie dem Rest der Familie mit ihren Fachsimpeleien auf die Nerven.

Sie war es auch gewesen, die Sara in ihrem Wunsch unterstützte, ein Jahr im Ausland ihr Horsemanship zu vertiefen und sich Gedanken darüber zu machen, was sie mit ihrer Pferdeliebe und den vertieften Kenntnissen in der Pferdeausbildung und Haltung machen würde. Sara konnte sich nichts anderes vorstellen, als mit Pferden zu arbeiten und hoffte auf eine Antwort oder einen Weg, während sie das Jahr in England war. Schule hatte sie jetzt erst mal genug und das Abi war mit recht guten Noten geschafft.

„Wirst Du heute noch mal fertig ?“ Nele schoss um die Ecke und sah sie erwartungsvoll an. „Komm endlich, wir müssen uns noch duschen und umziehen, die anderen werden schon auf uns warten“ Nele war Saras beste Freundin und drängte nun zum Aufbruch, da sie heute Abend noch eine Abschiedsfeier geplant hatten.

„Am liebsten würde ich Leroy mitnehmen“ seufzte Sara, „aber das geht ja leider nicht“. „Das würde MoJo das Herz brechen“ meinte Nele, „Dich ziehen zu lassen fällt ihr insgeheim ja schon schwer, aber dann auch noch Euer gemeinsames Pferd, ich glaube, da würde sie ausrasten“. „Da hast Du wohl recht, sie würde sowieso am liebsten mitkommen“ lachte Sara. Und so drückte sie noch einen letzten Kuss auf die weichen Nüstern ihres Pferdes und ging dann schnell mit Nele zum Parkplatz, damit sie nicht doch noch weinen musste.

Zuhause angekommen rannte sie im Eilschritt rauf in ihr Zimmer, raffte die bereits rausgesuchten Klamotten für heute Abend zusammen und verschwand im Bad.

Die Stallklamotten warf sie in eine Ecke des Bades, wo Saras Mutter sie einige Zeit später leise fluchend zusammensuchte und in den Wäschekorb steckte. „Du wirst Dich noch wundern mein Schatz, mit dem Hinterherräumen ist jetzt Schluß.“ „Jaja ich weiß Mamilein, und ich werde immer an Dich denken, wenn ich meinen Kram selber wegräumen muß und Dich im Geiste fest drücken“ sagte Sara, um friedliche Stimmung bemüht, sie wollte nicht am letzten Tag noch eine Auseinandersetzung mit ihrer Mutter über ihre viel diskutierte heilige Unordnung führen müssen.

Sie fönte sich ihre langen braunen Haare, die immer ein bisschen zu wellig für die gängige Haarmode waren und setzte mit dem Glätteisen noch mal nach.
Auf ausgiebiges Schminken würde sie heute wohl verzichten müssen. Sie trug etwas Bronzepuder auf die sonnengebräunte Haut auf, tuschte sich die dichten Wimpern und zum Schluß kam noch etwas rose Lippgloss auf ihre Lippen. Ihre grünen Augen funkelten genug, da musste sie nicht noch Lidschatten oder ähnliches verwenden. Dann schlüpfte sie in ihre Jeans und ihr Shirt, streifte die Sneakers über und sprang zu Nele, die schon ungeduldig im Auto auf sie wartete, auf den Beifahrersitz. Nele wohnte in der gleichen Straße und sie waren Freundinnen, so lange die beiden sich erinnern konnten. Nele war optisch das genaue Gegenteil von ihr. Blond und blauäugig mit einem kurzen frechen Haarschnitt, wirkte sie manchmal schon etwas jungenhaft.

„Elias wird ganz schön leiden“, meinte Nele, während sie nach Köln rein fuhren und bald etliche Runden drehen mussten, um einen Parkplatz zu ergattern.

Ja Elias, die erste Liebe von Sara war auch ein Grund, warum Sara ein mieses Gefühl in der Magengegend verspürte. Ihn zurück zu lassen, war fast so schlimm wie auf Leroy ein ganzes Jahr zu verzichten. Sie waren jetzt fast schon ein ganzes Jahr ein Paar und es lief ganz gut zwischen ihnen. Als Sara ihm von ihren Plänen nach dem Abi erzählte, war Elias erst mal schockiert.

„Ein ganzes Jahr nach England? Na dann können wir uns eigentlich gleich trennen.“ Sara hatte ihn angeblitzt und gemeint,“ wenn Du Dich dabei besser fühlst, gut dann trennen wir uns eben.“ Ein wenig später hatten sich Beide wieder beruhigt und sich doch entschlossen, dieses Jahr Trennung als Paar zu überstehen. „Was für ein Schmarrn“, meinte MoJo, „Ihr seit noch so jung, Ihr müsst noch keine Verbindung für die Ewigkeit schließen. Bleibt locker, versprecht Euch nicht, was Ihr nicht halten könnt und schaut nach dem Jahr, ob es mit Euch Beiden überhaupt noch passt. Ihr Beide werdet Euch verändern, jeder auf seine Weise.“ Soweit die Worte der lebenserfahrenen Großmutter. Mit ihren 58 Jahren hatte sie eine Menge Lebenserfahrung und wünschte sich, das sie ihrer Enkelin vermitteln konnte, das sie sich mit einer festen Bindung noch etwas Zeit lassen sollte. Aber sie selbst hatte sich in Saras Alter schließlich auch nicht reinreden lassen.

Aber jetzt wollten Sara und ihre Freunde noch mal gemeinsam abfeiern. Dazu hatten sie sich in der Stadt getroffen, also in Köln, und wollten schauen, wo was los war. Vorher wollten sie aber auf jeden Fall noch eine Pizza essen.

Die Clique bestand aus Lucas, Vanessa, Anna, Marc, Dana, Marcel, Nele, Elias und Sara. Sie unternahmen viel zusammen und Sara war jetzt die Erste, die aus diesem Konstrukt ausscherte und ihre Fühler in Richtung Zukunft ausstreckte. „Mann irgendwie beneide ich Dich ja. Ein Jahr weg von den Oldies , wie cool ist das denn. Aber England müsste es nicht unbedingt sein. Wenn überhaupt England, dann London“ meinte Vanessa, für die alles im Leben immer so stylisch wie möglich sein sollte. „Wir können uns ja alle zu einem Wochenende in London treffen“ schlug Nele vor. „Ja „griff Marc die Idee sofort auf, „ wir können mit dem Flixbus ziemlich günstig dorthin fahren, feiern eine Nacht in den Clubs durch und am nächsten Tag fahren wir wieder zurück. Schlafen können wir ja auf der Rückfahrt.“ London war so was von abgefahren, das war doch mal eine echt gute Idee. Die Gespräche drehten sich den ganzen Abend noch darum, wer was machen wollte und wie es in einem Jahr wohl sein würde, wenn Sara wieder zurück kam.

Der Abend wurde nicht ganz so lang, weil Sara am nächsten Tag fit sein musste. Die Stimmung wurde dann zum Schluß ein wenig bedrückt, vor allem weil Elias und Sara doch ziemlich einsilbig wurden und irgendwann sagte Sara „So Leute, lasst es uns kurz machen, ich mag keine überschwänglichen Abschiedsszenen.“ Sie umarmte und küsste ihre Freunde noch einmal und ging dann mit Elias zu dessen Auto.

Schweigend fuhren sie durch die Nacht bis sie vor Saras Haustür angekommen waren. „Kann ich noch mit rein kommen?“ Elias sah sie fragend an. „Nee lieber nicht, meine Eltern sind noch auf und wollen bestimmt noch ein paar gute Ratschläge los werden, Du kennst sie ja“ seufzte Sara und legte die Arme um Elias Hals um ihn im nächsten Moment mit kleinen Küssen zu überschütten. Elias zog sie fest zu sich herüber und küsste sie mit seiner ganzen möglichen Leidenschaft. „Ich vermisse Dich jetzt schon“ brummte er ein wenig atemlos in ihr Ohr. „Ich Dich auch, aber wenn Du mit den anderen nach London kommst, sehen wir uns ja doch bald wieder“ versuchte sie ihn und auch sich ein bisschen zu trösten.

Elias kramte in seiner Jackentasche herum und zog dann etwas umständlich ein kleines Päckchen hervor. Er gab es Sara mit den Worten „Damit Du immer an mich denkst“ . „Was ist drin“ quietschte Sara völlig überrascht und fing auch schon an, das Papier abzureißen. Es war eine kleine Schachtel, die nach einem Schmuckgeschenk aussah. Sara öffnete die kleine Box und ihr fiel schon fast ein schmales silbernes Armband mit einem Herzen entgegen. „Ist das schön“ freute sie sich. „Du bist so süß, tausend Dank ich werde es sofort anziehen und Tag und Nacht tragen.“ Sprachs und hatte das Armband schon um ihr Handgelenk gelegt und es zugemacht. Sie küssten sich noch einmal sehr ausgiebig, bis Sara nach Luft rang und sich von Elias löste. „Ich melde mich per WhatsApp sobald ich unterwegs bin. Ich liebe Dich, vergiss das nicht.“