Ticket to the moon

Seit dem ich mich jetzt so intensiv um meine Mutter gekümmert habe, bekommt sie einen starken Hang zur Unselbstständigkeit.

Sie überträgt mir sehr gerne die Verantwortung für alles, wozu sie keine Lust hat, oder was eben ein bisschen anstrengender zu verstehen ist. Aber wehe, ich sage ihr, mach das bitte noch nicht, warte damit bis ich da bin. Wenn es sich um etwas handelt, was sie wirklich unbedingt tun will, tut sie es, und zwar genau dann, wann sie es für richtig hält. Da ist sie dann schließlich alt genug, um zu wissen, was sie kann oder nicht. Aha. Wie kann sich das Gefühl von Sorge um sie so schnell in , ich würde sie am liebsten auf den Mond schießen verwandeln.

Jetzt ist sie wieder zu Hause, bekommt eine Haushaltshilfe und kann bald ihre Reha antreten. Im Krankenhaus hat sie bereits 4 Tage nach ihrer OP einen Marsch rund um die Kölner Uniklinik gemacht. Wer diesen großen Gebäudekomplex kennt, weiß das man da gut und gern eine halbe Stunde drum herum läuft. Wundert es jemanden, daß sie gestern alleine mit dem Bus von zu Hause in den nächsten Ortsteil zum Friseur gefahren ist? Warten bis ich komme und sie fahre? Dafür hat sie keine Zeit. Wie gesagt Ticket to the moon.


Fotoquelle leider unbekannt

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