Worum gehts?




ICH BIN EIN FREIER MENSCH!
"Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch."
(Albert Schweitzer)

Sonntag, 22. April 2018

Gelernt mit mir allein zu sein

Ich hatte immer Probleme, mit mir allein zu sein. Ich weiß, damit stehe ich nicht alleine, das geht ganz vielen Menschen so.

Seit dem ich vor einigen Jahren in meine letzte Wohnung eingezogen bin, habe ich mich manchmal wie abgeschnitten von der Welt gefühlt. Irgendwie gingen Freundschaften auseinander, Menschen die neu in mein Leben kamen, waren genauso schnell wieder weg und ich musste zwangsläufig lernen, mit mir selber eine Freundschaft zu entwickeln.
Die Abhängigkeit von anderen war immer präsent. Alleine etwas unternehmen, allein in Urlaub fahren oder so, fiel mir nicht leicht. Doch all das habe ich gelernt und mittlerweile halte ich es sehr gut in meiner Gegenwart aus. Ohne Fernseher, ohne Radio ich mag Stille inzwischen sehr gern.

Jetzt seit diesem Jahr kommen auf einmal wieder neue Menschen in mein Leben und ich mag sie richtig gern. Aber ich klammere nicht mehr. Ich könnte noch viel mehr mit anderen unternehmen inzwischen, doch inzwischen ist mir die Zeit mit mir lieb und teuer geworden. Wenn man andere nicht mehr braucht, entsteht plötzlich Freiheit.

Gestern Abend war ich in Köln zum Treffen mit einer Gruppe Frauen, die ich vor einigen Monaten via Internet kennengelernt haben. Ü50 Frauen, die gerne etwas mit anderen Frauen unternehmen. Es waren sehr nette Frauen dabei und ich bin inzwischen so entspannt, das ich selbst dieses Geflirre der Großstadt an einem Samstagabend bei bestem Ausgehwetter aushalte. Allerdings ist das Bild was sich mir auf den Straßen der Stadt bot, nicht sehr verheissungsvoll gewesen. Ich vermisse keine Sekunde das Stadtleben. Die Menschen dort sind irgendwie wie betäubt, oder beeilen sich, durch Alkohol so schnell wie möglich eine Art Betäubung herzustellen. Viel mehr Obdachlose und viel mehr Männer, die in Gruppen auf der Straße einfach rum lungern. Es fühlt sich nicht besonders schön an, wenn man als Frau da zum Parkhaus geht. Köln ist mir sehr fremd geworden. Früher war ich ganz gern mal in der Innenstadt, doch jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Umso lieber gehe ich an dem kleinen See direkt vor meiner neuen Haustür spazieren und geniesse das herrliche Wetter. Nur ich und der Hund.

Keine Kommentare: